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Ökolandbau Hessen

Der ökologische Landbau hat in Hessen eine lange Tradition. Viele Betriebe erwirtschaften hier seit mehr als 30 Jahren ihre Erträge besonders umweltschonend und nachhaltig. Für Mensch und Tier in der Region hat das ebenso große Vorteile wie für Umwelt und Klima, auch über die Landesgrenzen von Hessen hinaus.


Was bedeutet eigentlich ökologischer Landbau?

Wie wir Landwirtschaft betreiben, hat Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Umwelt. Die Nitratbelastung des Trinkwassers, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in der Nahrung und der Rückgang der Artenvielfalt sind Beispiele für Probleme, die mit der modernen Landwirtschaft verknüpft sind. Der Ökolandbau ist ein systemischer Ansatz, der hierfür Lösungen anbietet, indem er umwelt- und ressourcenschonende Produktionsverfahren einsetzt.

Bio-Betriebe verzichten bewusst auf Höchsterträge und Spitzenleistungen, um eine Produktionsweise zu unterstützen, die ökologische und biologische Aspekte in den Vordergrund rückt und dem Gedanken der klassischen landwirtschaftlichen Kreislaufwirtschaft folgt.

Wichtige Merkmale des Ökolandbaus sind zum Beispiel der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und leicht lösliche mineralische Düngemittel, ein weitgehend geschlossener und natürlicher Betriebskreislauf, in dem Pflanzenanbau und Tierhaltung miteinander kombiniert werden, sowie eine möglichst artgerechte Tierhaltung. Die Verbraucher*innen können sich bei Bio-Produkten auf bestimmte Standards verlassen, weil diese in der EU-Öko-Verordnung festgeschrieben sind und streng kontrolliert werden. Übertroffen werden diese nur noch von den Vorgaben der Bio-Anbauverbände, die hierfür eigene Warenzeichen vergeben.

Eine Metastudie des bundeseigenen Thünen-Institutes belegt: Geht es um die Leistungen für Umwelt und Gesellschaft, liegt der Ökolandbau in den Bereichen Gewässerschutz, Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Klimaschutz, Stickstoff- und Energieeffizienz deutlich vorn.


Für den ökologischen Landbau sprechen viele gute Gründe

  • Unsere Gesundheit

Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel sind Bio-Lebensmittel weniger mit Pestiziden, Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet. Auch der Nitrat- und Nitritgehalt ist geringer. Gesundheitsförderlich ist ihr höherer Gehalt an Antioxidantien.

  • Klimaschutz

Bio-Betriebe verzichten auf Stickstoff-Mineraldünger, deren Produktion sehr energieaufwendig ist, und reduzieren auf diese Weise die CO2-Emission wesentlich. Auch der höhere Humus-Gehalt von Bio-Äckern ist gut für das Klima, weil er größere Mengen an CO2 bindet. Im ökologischen Landbau ist Tierhaltung mit reinem Futtermittelimport nicht möglich, denn der Ökolandbau setzt überwiegend eigenes Futter ein, wobei die Anbauverbände dies in höherem Maße tun. Außerdem arbeitet die Bio-Branche daran, den Anbau von eiweißreichen, heimischen Hülsenfrüchten auszuweiten, um von Soja-Importen aus Südamerika unabhängig zu werden. Die tropischen Regenwälder in Südamerika müssen geschützt werden: deren Zerstörung verursacht 15 bis 20 Prozent der gesamten weltweiten CO2-Emissionen.

  • Wasserqualität

Durch den Ökolandbau gelangen weniger Nitrat und andere Schadstoffe in die Gewässer. Das ist gut für die Wasserqualität in unseren Flüssen und Seen – und vor allem für unser Trinkwasser. Die EU-Kommission beanstandet seit langem den hohen Nitratgehalt in Deutschlands Trinkwasser, der vor allem durch eine zu intensive Tierhaltung verursacht wird. Es drohen hohe Strafen oder aufwendige und teure Reinigungsverfahren.

  • Artenvielfalt

Durch den Verzicht auf chemische Unkrautvernichtung und durch eine abwechslungsreiche Fruchtfolge fördern ökologische Produktionsverfahren die Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren. Insbesondere für Bienen und andere Insekten, die unter anderem wichtig für die Bestäubung von Obstbäumen, Gemüse- und anderen Pflanzen sind, werden so gesündere Lebensräume geschaffen.
 

  • Tierschutz

In der ökologischen Landwirtschaft liegen die Vorgaben für die Tierhaltung deutlich über den gesetzlichen Standards. Die Tiere haben einen Auslauf ins Freie und mehr Platz, das sorgt für artgerechte Haltungsbedingungen.

  • Bodengesundheit

Auf ökologisch bewirtschafteten Äckern gibt es ein deutlich artenreicheres, aktiveres Bodenleben. Die Bodenfruchtbarkeit ist dadurch langfristig gesichert.


Die ökologische Landwirtschaft hat also zahlreiche positive Effekte auf Mensch und Tier, Umwelt und Klima. Verbraucher*innen können diese positiven Effekte unterstützen, indem sie sich beim Einkauf für „bio“ und „regional“ entscheiden und so die Bio-Landwirt*innen in ihrer Region stärken.


Wo bekomme ich Bio-Produkte und woran erkenne ich sie?

Wer Bio-Produkte kaufen möchte, hat mittlerweile eine Vielzahl an Möglichkeiten: In Bio- und Hofläden, an Marktständen und von Betrieben, die direkt vermarkten, inzwischen aber auch in „Weltläden“ sowie vielen Supermärkten und Discountern.

Alle Produkte, die gemäß der EU-Öko-Verordnung erzeugt, aufbereitet und gehandelt werden, müssen mit dem EU-Bio-Siegel gekennzeichnet sein. Darüber hinaus gibt es noch die Siegel der verschiedenen Anbauverbände, die für die Erfüllung strengerer Kriterien stehen. Ein Beispiel: Für die Produktion „moderner“ Lebensmittel sind rund 400 verschiedene künstliche Farbstoffe, Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe zugelassen. In Bio-Lebensmitteln sind davon nach EU-Öko-Verordnung nur 45 erlaubt. Bei Produkten, die zusätzlich nach den Richtlinien eines Ökolandbau-Verbandes produziert werden, sind es – je nach Verband – lediglich 22 bis 25.

Damit die Verbraucher*innen sicher sein können, dass die Bio-Betriebe alle gesetzlichen Bestimmungen einhalten, werden diese Betriebe durch staatlich zugelassene Kontrollstellen mindestens einmal jährlich kontrolliert.


Welche Öko-Anbauverbände gibt es in Hessen?

In Hessen haben sich Demeter, Bioland, Naturland, Bio-Kreis und Gäa zusammengeschlossen. In der Weinregion Südhessen gibt es zusätzlich den Anbauverband Ecovin. Die Kriterien der Öko-Anbauverbände gehen zum Teil weit über die Standards der EU-Öko-Verordnung hinaus.


Wofür steht die VÖL Hessen e. V.?

Der Dachverband der Anbauverbände Bioland, Naturland, Demeter, Biokreis und Gäa in Hessen ist die Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen e. V. (VÖL). Die VÖL vertritt die Interessen der hessischen Biobäuer*innen gegenüber Politik und Verwaltung.

Darüber hinaus ist die VÖL in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Vermarktungsförderung sowie Bildung und Forschung aktiv – und unterstützt dabei auch die Ökolandbau Modellregionen Hessen. Eine Übersicht über das weitreichende Engagement des Dachverbands für die ökologische Landwirtschaft gibt es hier