Diese Seite wird nur mit JavaScript korrekt dargestellt. Bitte schalten Sie JavaScript in Ihrem Browser ein!
  • Titelbild 1
  • Titelbild 2
  • Titelbild 3
  • Titelbild 4
  • Titelbild 5

Von Freitag, den 23. bis Samstag, den 31. August 2019 richtete die Arbeitsgemeinschaft Modellregion Ökolandbau Wetterau die vierte Veranstaltungsreihe „BioWoche in der Wetterau“ aus. Im ganzen Landkreis gab es ein buntes BIO-Programm: Ackerfeste, Verkostungen, Workshops, Vorträge, Betriebsführungen und vieles mehr wurden geboten. Durch das große Engagement der Öko-Landwirte, -Verarbeiter, -Händler sowie engagierter Vereine war die Vielfalt der 18 Veranstaltungen auch in diesem Jahr wieder beeindruckend und bot Genuss, Erlebnis und Information für 600 große und kleine Verbraucher.  

 „Die BioWoche in der Wetterau ist unsere Kampagne für den ökologischen Landbau im Landkreis und macht den August jährlich zum Bio-Monat in der Region“, hob Landwirtschaftsdezernent Matthias Walther in seiner Begrüßung während der Auftaktveranstaltung „Wir SWINGEN in die BioWoche 2019 mit Wein und Käse“ am Freitag, den 23. August hervor. Rund 90 Teilnehmer fanden sich unter freiem Himmel zu der musikalisch begleiteten Bio-Verkostung mit Rahmenprogramm beim Lieferdienst Bio-Hopper in Ossenheim ein. 

Der Verbraucher bestimmt an der Ladentheke

Bio ist Trend, so entscheiden sich immer mehr Konsumenten für Produkte aus ökologischem Landbau und legen Wert auf Herkunft und Qualität der Erzeugnisse. „Das beträchtliche Interesse an regionalen Bio-Lebensmitteln ist eine große Chance für Bio-Produkte aus der Wetterau“, betonte Matthias Walther. Immer mehr Landwirte finden im ökologischen Landbau eine Antwort auf die drängenden Herausforderungen der Landwirtschaft wie Umweltschutz und Tierwohl. Öko-Landwirt Christof Förster, Hofgut Marienborn bei Büdingen-Eckartshausen, brachte es bei seiner Betriebsführung „Pork to Fork – Vom Bio-Schwein bis zur Bratwurst“ am Samstag, den 24. August auf den Punkt: „Der Verbraucher hat es täglich in der Hand, wenn er regionale und ökologisch erzeugte Produkte an der Ladentheke nachfragt, wächst das Angebot und die regionale Wertschöpfung wird gestärkt.“ 

BioWoche in der Wetterau 2019 

Die Veranstaltungsreihe BioWoche in der Wetterau schafft eine Verbindung zwischen Öko-Landwirten, -Verarbeitern, -Händlern  und  Verbrauchern. Denn wenn der Konsument selbst und mit allen Sinnen erfahren kann, wer und welcher Aufwand hinter einem regionalen Lebensmittel stehen, entwickelt sich eine neue Wertschätzung beim Verbraucher. Hierzu gaben zahlreiche Veranstaltungen in der vergangen Woche die Möglichkeit:

Unter dem Motto „Stallluft und Küchenduft“ konnten Kinder am Samstag, den 24. August auf dem Naturland-Hof Weber in Kaichen erleben, was ein Bio-Landwirt alles auf seinem Hof zu tun hat und wie lecker selbst geerntete Feldfrüchte schmecken. Für Erwachsene wurde an diesem Tag eine offene Weinprobe in der Bioweinhandlung Förster in Friedberg-Ockstadt geboten. Die solidarische Landwirtschaft Bunter Acker e.V. veranstaltete am darauffolgenden Sonntag ein großes Sommerfest auf dem Acker in Nidda-Wallernhausen. Ein großes Buffet mit vielen Köstlichkeiten lud zum Verweilen ein und auf den Ackerführungen erfuhren die Teilnehmer alles über den Anbau der Zutaten des Buffets und das Projekt. Weiter ging es am Dienstag, den 27. August mit einer Führung über das LLH-Ökoversuchsfeld in Ober Erlenbach. Hier wurden die Ziele des Anbauversuchs erläutert. 

„Saatgutvermehrung – Die Grundlage der Erzeugung“ war das Thema der Betriebsführung bei der Bingenheimer Saatgut AG, am Mittwoch, den 28. August in Echzell-Bingenheim. Im Gästehaus-Biobauernhof „Im alten Hof“ in Wallernhausen wurde an diesem Tag eine ganze Kinderschar zu „Käse-Experten“ ausgebildet. Auf dem Demeter-Betrieb erlebten Kinder wie aus frischer Milch Käse hergestellt wird. 

Leckeres aus heimischen Anbau und Herstellung wurde am Donnerstag, den 29. August zum Probieren und Genießen im Bio-Laden Regebogen in Friedberg angeboten. Während der Betriebsführung im Unternehmen MykoVital Heilpilze GmbH in Limesheim, erfuhren Besucher an diesem Tag, wie Bio-Pilze in der Wetterau gezüchtet werden. Die Veranstaltung schloss mit einer leckeren Pilzpfanne ab. 

Der Erlebnis- und Genusstag im BioMarkt Bad Nauheim am Freitag, den 30. August bot allerlei Gaumenfreuden: von frisch zubereiteten Speisen, über eine Müslistraße bis hin zu  vielen weiteren Aktionen. Ebenfalls am Freitag wurde auf dem Dottenfelderhof in Bad Vilbel die Führung „Öko-Forschungszüchtung auf dem Betrieb“ sowie der Workshop „Bienenführung“ angeboten. Am Samstag, den 31. August fand ein Bio-Frühstück auf der Domäne Konradsdorf in Ortenberg mit anschließender Hofführung auf dem  Bio-Milchviehbetrieb in der Wetterau statt. 

18 Bio-Veranstaltungen mit etwa 600 Besuchern

Die Besucherzahlen und die Qualität der verschieden Veranstaltungen sprachen für sich. Einen großen Dank sprachen die Koordinatorin der Modellregion Ökolandbau Wetterau Claudia Zohner gegenüber den Kooperationspartnern der BioWoche für ihr Engagement und die zahlreichen Ideen aus. „Ohne die hervorragende Arbeit der Betriebe sowie Initiativen in der Wetterau, ist die Durchführung eines solch umfangreichen Programms mit etwa 600 Besuchern nicht zu stemmen“, so Zohner. Die Veranstaltungsreihe BioWoche in der Wetterau 2019 endete mit dem großen,  attraktionsreichen und gut besuchten Ackerfest der solidarischen Landwirtschaft Wetterau-Dorheim am vergangenen Samstag.  

Die im März 2016 gestartete Umstellungsoffensive auf Ökolandbau im Landkreis Wetterau ist bis heute ein Erfolgsprojekt. Ziel der Offensive ist es den Anteil von ökologisch bewirtschafteter Fläche sowie die Anzahl der Bio-Betriebe zu erhöhen. Durch das Projekt werden konventionelle Landwirte oder bereits ökologisierte konventionelle Betriebe mit einem breiten Angebot angesprochen und auf Wunsch mit anderen Akteuren vernetzt.

„Die Modellregion Ökolandbau Wetterau hat in den vergangen drei Jahren durch zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen wie den Öko-Umsteller Tagen dazu beigetragen, die Zahl der Ökobetriebe in der Wetterau von 40 auf 62 Betriebe zu erhöhen sowie den Anteil von ökologisch bewirtschafteter Fläche von 2.700 ha auf 4.800 ha auszuweiten“, sagte Landwirtschaftsdezernent Matthias Walther bei der Begrüßung der rund 50 anwesenden Landwirte, Fachberater und Interessierten, die der Einladung zum Forum-Umstellung am Montag, den 1. April in das Haus der Umwelt nach Friedberg gefolgt waren.

Umstellungsoffensive Ökolandbau
Die zentrale Wetterau ist wegen der hohen Bodenfruchtbarkeit und dem günstigen Klima absolut herausragende Gunstregion Hessens. Die auf den Flächen zu erzielenden Erträge sind die höchsten des Landes. Das hohe Ertragspotenzial und die Flächenstruktur im Wetteraukreis mit einem rd. 75% Ackerlandanteil waren Voraussetzungen, bei denen der Ökolandbau für die meisten konventionellen Betriebe keine Option war. Daher sind erzielte Umstellungserfolge im Landkreis wegweisend für konventionelle landwirtschaftliche Betriebe in ganz Hessen.

Derzeit werden in etwa 9% der landwirtschaftlichen genutzten Fläche im Kreis ökologisch bewirtschaftet. Um dies weiter voranzutreiben, setzten die Projektverantwortlichen auch im Jahr 2019 auf das bewährte Konzept von Infoveranstaltung und Exkursion an den Öko-Umsteller Tagen. So wurden während des Umstellungs-Forums die Grundlagen des Ökologischen Landbaus, die Beratungs- und Förderangebote sowie der Ablauf einer Bio-Zertifizierung von verschieden Referenten erörtert und am vergangen Samstag zwei regionale Öko-Betriebe mit den Teilnehmern des Forums besucht.

Günstige Rahmenbedingungen für Umsteller
Welche staatlichen Beratungsangebote es für umstellungsinteressierte Landwirte gibt, das berichtete Heinz Gengenbach, vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH). Ökolandbau wird gesellschaftlich wertgeschätzt und finanziell gefördert. Die Preise sind höher als für konventionell erzeugte Produkte. Gengenbach warnte aber vor zu viel Euphorie, denn die Umstellung erfordere einen langen Atem, viel Arbeit, höhere Investitionen und führt zu geringeren Ernteerträgen.

Wer auf leicht lösliche Mineraldünger sowie auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutz verzichten will, für den ist der Ökolandbau eine Alternative. Um erfolgreich zu sein, müsse man die Familie einbinden und die notwendigen Ressourcen ermitteln. Besonders in der Umstellungsphase, im Zeitraum von normalerweise 2 Jahren, muss auf die Liquidität des Betriebes geachtet werden, da die Umstellungsware zwar nach den Öko-Richtlinien erzeugt wird, aber nicht als Bio-Ware gehandelt werden darf.

Fördermittel für den Ökolandbau
Die Zuschüsse werden über den Fachdienst Landwirtschaft der Kreisverwaltung in der Wetterau ausgezahlt. Maßgebend dafür ist das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM).

„Gefördert wird der ökologische Landbau immer für eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren. Die Förderung hängt von der Nutzung der Flächen ab. Sie beträgt etwa für Ackerland 260 Euro pro Hektar, für Dauergrünland 190 Euro pro Hektar, für Gemüse 420 Euro pro Hektar. Die Zuschüsse sind an die Einhaltung der Vorgaben in der Flächenbewirtschaftung, sowie in der Tierhaltung, gebunden“, gab Tatjana Bär von der Fachstelle Agrarförderung Auskunft.

Bio-Zertifizierung
Wer sich dazu entscheidet ökologisch auf seinem Betrieb zu wirtschaften, verpflichtet sich gleichzeitig zur Prüfung der Einhaltung der Öko-Richtlinien durch eine Kontrollstelle. Referentin Dr. Anne Schmidt, von der AgrarBeratungs- und Controll GmbH, einem privaten und neutralen Kontrollinstitut, berichtet daher über die Anforderungen und den Ablauf einer Bio-Zertifizierung. Am Ende des Vortrags war klar: Wer ein gutes Ablagesystem für seine Belege einführt, muss keine Bedenken vor der Öko-Zertifizierung haben.

Verbände des ökologischen Landbaus
Umstellungsbetriebe schließen sich häufig einem Verband des ökologischen Landbaus an. Das sind in Hessen Bioland, Naturland, Demeter, Biokreis und Gäa e.V. Ökologischer Landbau. Um die eigene Qualität zu sichern, haben die Öko-Verbände weitere Kriterien für die Erzeugung und Verarbeitung von Verbandsware eingeführt. Mehr als 50 Prozent der ökologisch arbeitenden Betriebe in Hessen gehören einem Verband an und das mit gutem Grund, denn die Verbände erleichtern den Marktzugang und begleiten mit Beratern.

Nach den Vorträgen standen die Referenten noch für Fragen der interessierten Landwirte zur Verfügung.

Exkursion zu regionalen ÖkobetriebenAm Samstag, den 6. April folgten geführte Exkursionen für interessierte Landwirte auf die Ökobetriebe Matthias Weitzel Naturland-Betrieb in Niddatal-Kaichen und den Bioland-Biohof Jens Dieffenbach in Wölfersheim. Beide Betriebe waren bereits bei der ersten Umstellungsveranstaltung der Modellregion Ökolandbau Wetterau im Jahr 2016 Teilnehmer und haben in den Folgejahren eine Betriebsumstellung durchlaufen. Die Betriebsleiter stellten ihre Betriebe und ihre Wirtschaftsweise vor, führten durch Ihre Betriebsstätten, den Fuhrpark und berichteten detailliert von ihren Umstellungserfahrungen im Ackerbau.

„Landwirte, die das Thema betriebliche Weiterentwicklung langfristig angehen und dabei den Ökolandbau als Option betrachten, haben durch Veranstaltungen wie die Öko-Umsteller Tage 2019 jede Menge Informationsmöglichkeiten. So können die Chancen und Risiken einer Umstellung abwägt werden. Besonders hilfreich sind die persönliche Kontakte zu regionalen Biobetrieben durch die Exkursionen, von deren Erfahrungen umstellungsinteressierte Landwirte gut profitieren können“, so Matthias Walther.

Vom 23. bis zum 31. August 2019 findet zum vierten Mal die Veranstaltungsreihe BioWoche in Wetterau statt. Bio-Landlandwirte, Verarbeitungsbetriebe, Naturkostläden und Vereine öffnen erneut mit einem bunten Programm ihre Hoftore und Türen für Verbraucher.

In den letzten Jahren erstreckte sich das Angebot von Workshops, Hoffeste, Aktionstagen, Betriebsführungen mit Verkostungen bis hin zu musikalischen Kulturveranstaltungen und vieles mehr. „Der Wetteraukreis ist Modellregion für den Ökolandbau in Hessen. Mit der BioWoche wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern für mehr Bio in der Region werben“, sagt Landwirtschaftsdezernent Matthias Walther.

Unter dem Motto "Genussvoll informieren" soll die Veranstaltungsreihe BioWoche in der Wetterau auch in diesem Jahr kleinen und großen Verbrauchern die Möglichkeit geben authentische Einblicke in die ökologische Landwirtschaft zu erhalten, Biolebensmittel zu probieren und die ökologische Vielfalt in der Wetterau mit allen Sinnen zu erleben.

Daher sind wir auf der Suche nach weiteren Kooperationspartnern für die BioWoche vom 23. bis zum 31. August 2019 in der Wetterau! Bei Interesse melden Sie sich bitte bei:

Wetteraukreis - Der Kreisausschuss
Modellregion Ökolandbau Wetterau
Homburger Straße 17
61169 Friedberg

Ansprechpartner/in
Claudia Zohner
Telefon 06031 83-4217
Fax 06031 83-914217
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

„Die regionale Vermarktung von Lebensmittel zu stärken, ist erklärtes Ziel des Wetteraukreises und ein wichtiges Anliegen im Projekt Modellregion Ökolandbau Wetterau “, sagt Kreisbeigeordneter und Landwirtschaftsdezernent Matthias Walther. Regional ist absolut in, darin waren sich alle Teilnehmer der Veranstaltung „Heimat auf dem Teller – gemeinsam Gäste gewinnen“ einig. Am 5. Februar haben 40 Erzeuger und 25 Gastronomen gemeinsam in der Sampohalle in Bingenheim erörtert, wie regionale Produkte auf die Teller der Gastwirte kommen.

Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinsam vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Hessen, Kreisverband Wetterau e.V., dem Wetteraukreis (Modellregion Ökolandbau Wetterau), der TourismusRegion Wetterau und dem Verein Wetterauer Landgenuss, in dem sich Erzeuger und Gastronomen zusammengeschlossen haben.

Regionalität ist aus vielen Gründen sinnvoll: Die Produkte sind nicht um die halbe Welt gereist, um auf dem Teller der Gastwirte zu landen. Viel Verpackungsmüll entfällt. Das Image der Produkte ist hoch und die Qualität und Frische ist oft höher als bei von weither eingeführten Produkten. „80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher wollen lieber regionale Produkte“, sagt Holger Gries, der im Landkreis Groß-Gerau höchst erfolgreich ein Restaurant betreibt mit überwiegend regionalen Produkten. „Die Gäste wollen aber auch genau wissen, wo das Fleisch auf dem Teller herkommt“, betont der Gastwirt.

Dazu konnten einige Referenten der Veranstaltung einiges beitragen, etwa wenn Bio-Schweinefleisch vom Gut Marienborn in Büdingen kommt, Erdbeeren und Spargel vom Spargelhof Bär in Karben oder Gänse- und Putenteile aus heimischer Zucht in Rockenberg, wie etwa von Berthold Antony, der 80 Prozent seiner Erzeugnisse im eigenen Hofladen vermarktet.

In der Zusammenarbeit zwischen Erzeugern und Gastronomen gibt es aber auch Konfliktlinien, etwa wenn Produkte nicht immer in der gleichen Qualität verfügbar sind. Der Landwirt will natürlich das Schwein als Ganzes verkaufen, während die Gastwirte Lende oder Filet - oder am Beispiel von Geflügel, Keulen oder Brust - bevorzugen, der Rest des Tieres aber auch vermarktet werden muss. Christoph Förster vom Gut Marienborn empfiehlt, dafür einfach mehr Kreativität auf die Speisekarte zu bringen und alle Teile des Bio-Schweins zu vermarkten.

Einen wichtigen Raum nahm der ‚Marktplatz der Region‘ bei der Veranstaltung ein, auf dem 17 regionale Direktvermarkter ihre Produkte vorstellten. Das Angebot reichte von verschiedenen Fleischsorten wie Bio-Schweinefleisch über Bio-Gemüse, von Backwaren und Pilzen aus ökologischer Erzeugung über verschiedene Säfte, Edelbrände und Seccos bis hin zu geschälten Kartoffeln.

Insgesamt ein gelungener Nachmittag, den viele Gastronomen zur Kontaktaufnahme und Vertiefung genutzt haben. Auch Christian Sperling, Leiter des Fachbereichs Regionalentwicklung und Umwelt der Kreisverwaltung, zeigte sich zufrieden. „Eine gute Veranstaltung, die wir bei Bedarf fortsetzen werden.“

Mittagessen und Zwischenmahlzeiten in Kitas und Schulen wünschen sich viele nicht nur ausgewogen, sondern auch regional und nachhaltig aus ökologischer Landwirtschaft. Bislang scheitert der Anspruch häufig daran, dass begrenzte Budgets vermeintlich keine Bio-Produkte zulassen. Um hierzu Ansätze und Möglichkeiten in der Bio-Außerhausverpflegung aufzuzeigen, fand im Rahmen des Projekts Modellregion Ökolandbau Wetterau im November 2018 die Veranstaltungsreihe „Bio in Kita und Schule“ statt.

Der Ausbau der Ganztagsbetreuung birgt für Schulen und Kitas die Chance, ihre Speiseangebote kindgerecht zu gestalten und dies von Beginn an teilweise oder komplett auf Bio auszurichten. Doch bei der bedarfsgerechten und ökologischen Ernährung von Kindern und Jugendlichen fühlen sich Verantwortliche oft nicht ausreichend informiert. Das Angebot von budgetgerechten Bio-Lebensmitteln im Speiseplan ist daher ein Herausforderung und gleichzeitig ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit für die Einrichtung.

Vor der Umstellung treten viele Fragen auf: Wie kann man Bio in der Küche umsetzen? Wie werden Bio-Speisepläne budgetgerecht erstellt? Wie wirbt eine Einrichtung mit einem nachhaltigen Ernährungskonzept? Welche verschiedenen Verpflegungssysteme gibt es? Gibt es ein regionales Bio-Angebot im Kreis? Antworten auf diese Fragen und weitere Hilfestellungen erhalten Köche, Lehrkräfte, Erzieher, Leitungspersonal von Kitas und Schulen, Eltern und Gemeindevertreter sowie interessierte Caterer- und Großküchenvertreter auf den nachstehenden Veranstaltungen:

„Nachhaltig essen in Kita und Grundschule - wie kann das gelingen?“ Ein Workshop für Einrichtungen mit eigener Küche am Donnerstag, den 22. November 2018 in Friedberg. Schwerpunkte des Workshops sind nachfolgende Themen: Regional, fair und ökologisch – Warum nachhaltige Angebote in der Kita- und Schulverpflegung wichtig sind: Beschaffung – Kalkulation – Speiseplanung; Der BioHopper – Ein Lieferdienst stellt sich vor; Kochpraxis: Regionale und biologische Lebensmittel in der Kita- und Schulverpflegung. Kooperationspartner der Veranstaltung ist die Agentur für Ernährungsfragen Anja Erhart.

„BIO in der Kita- & Schulverpflegung – Regionaler Bezug – wie geht das?“ Ein Regionalforum für Einrichtungen mit externer Belieferung am Dienstag, den 27. November 2018 in Friedberg. Das Regionalforum gibt Aufschluss zu folgenden Aspekten: Biolebensmittel als zentraler Baustein in der Gemeinschaftsverpflegung einsetzten; Bioverpflegung als Mehrwert in das Gesamtkonzept der Einrichtung integrieren; Welches Belieferungssystem passt für meine Kita oder Schule?; Die KochFABrik (FAB gGmbH) stellt sich mit einer Verkostung vor. Kooperationspartner der Veranstaltung ist die Vereinigung Ökologischer Landbau Hessen e.V. (VÖL).

Exkursion zu regionalen Bio-Betrieben am Mittwoch, den 28. November 2018
Um 15 Uhr startet die Exkursion auf dem Hofgut Domäne Konradsdorf, dem größten Bio-Milchviehbetrieb in der Wetterau, in Ortenberg mit einer Hofbesichtigung. Der Biolandbetrieb vermarktet seine Produkte (Rindfleisch, Eier, Getreide, Nudeln) unter anderem über den hofeigenen Laden. Von dort geht es ab 17 Uhr weiter in die familiengeführte Vollkornbäckerei Mulinbeck GmbH & Co.KG nach Büdingen-Düdelsheim. Für die Familie Kilb stehen das Handwerk und die Qualität der Backwaren sowie die Regionalität der Getreideherkunft an erster Stelle. Daher wird der Kontakt zu heimischen Bio-Landwirten stetig ausgebaut. Nach dem gemeinsamen Rundgang durch die Backstube findet eine Probeverkostung statt. Kooperationspartner der Veranstaltung ist die Vereinigung Ökologischer Landbau Hessen e.V. (VÖL).