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Vom 29. August bis 6. September 2020 findet die Veranstaltungsreihe BioWoche in Wetterau statt. Bio-Landlandwirte, Öko-Verarbeitungsbetriebe, Naturkostläden und Vereine öffnen zum fünften Mal mit einem bunten Programm ihre Hoftore und Eingangstüren für kleine und große Verbraucher.

Unter dem Motto "Genussvoll BIO in der Wetterau" bieten 18 BioWochen-Veranstaltungen die Möglichkeit authentische Einblicke in die ökologische Landwirtschaft zu erhalten, Biolebensmittel zu probieren und die ökologische Vielfalt in der Wetterau mit allen Sinnen zu erleben. Das Angebot erstreckte sich von Workshops, Ackerfesten, Aktionstagen, Betriebsführungen mit Genuss bis hin zu sportlichen Veranstaltungen und vieles mehr.

Das gesamte Programm der BioWoche in der Wetterau 2020 finden Sie hier: Programmheft BioWoche 2020

In Deutschland müssen lebende Tiere oft auf langen Transportwegen zu entfernten Schlachtstätten gefahren werden. Auch Legehennen oder Freilandmasthähnchen aus Hühnermobilen, die regional direkt vermarktet werden sollen, mussten für Schlachtung bisher oft bis Mittel- und Nordhessen gefahren werden, weil es in der Wetterau keinen EU-zugelassenen Schlachtbetrieb gibt, der Lohnschlachtungen für diese Halter machen darf.

Deshalb trafen sich im Januar 2019 eine Gruppe von Fachleuten auf dem Dottenfelder Hof in Bad Vilbel, um gemeinsam an einer regionalen Lösung für das Problem zu arbeiten. Es sollte in einem Pilotprojekt eine mobile Hühnerschlachtstätte entwickelt werden, die von mehreren Betrieben genutzt werden kann und nicht unter die EU-Zulassungspflicht fällt. Die mobile Geflügelschlachtung sollte insbesondere für ökologisch arbeitende Betriebe, aber auch sonstige kleine Hühnermobilbetreiber mit artgerechter Haltung entwickelt werden. Das Projekt wurde als ein weiterer Baustein der Modellregion Ökolandbau Wetterau im Fachdienst Landwirtschaft angesiedelt.

Am 03.07.2020 gab der zweite Kreisbeigeordnete Matthias Walther in Usenborn den Startschuss für das hessische Pilotprojekt: „Die mobile Geflügelschlachtung ist ein Leuchtturmprojekt für ganz Hessen!“

Marcel und Lisa Emrich, die den Betrieb des Geflügelschlachtmobils übernommen haben, erhielten bereits vor dem offiziellen Start Anfragen, die weit über den Wetteraukreis hinausgehen und sind sich sicher, dass das Mobil ein echtes Erfolgsmodell werden wird.

Im Rahmen der GENAU Umweltlotterie erhielt das SoLaWi-Projekt Wetterau in Friedberg-Dorheim in seiner Startphase eine 5.000 Euro Projektförderung. Hinter der Abkürzung „SoLaWi“ verbirgt sich die Idee einer Solidarischen Landwirtschaft.  Das SoLaWi-Projekt  ist Modell für Transparenz, Vertrauen und gemeinschaftlich getragene soziale und ökologische Verantwortung,  in dem Produzenten und Verbraucher einen verbindlichen Zusammenschluss eingehen. 

Die Natur ist unser Lebensraum und unser höchstes Gut. Deshalb macht sich die „Gemeinsam für Natur und Umwelt“ –  kurz GENAU– Umweltlotterie für die Natur stark und unterstützt mit den Lotterieerlösen Naturschutz- und Umweltprojekte in Hessen. Von der Umweltlotterie profitieren so nicht nur einzelne Gewinner im Glücksspiel, sondern auch zahlreiche Umweltprojekte wie das von der Arbeitsgemeinschaft Modellregion Ökolandbau Wetterau, dessen Träger der Wetteraukreis ist, eingereichte Projekt Solidarische Landwirtschaft Friedberg-Dorheim. In der Solidarischen Landwirtschaft wird eine bäuerliche und ökologische Landwirtschaft gefördert und erhalten, regionale Bio-Lebensmittel erzeugt und Mitgliedern einen neuen Erfahrungs- und Bildungsraum ermöglicht. Im Jahr 2016 erhielt das Projekt für diesen wichtigen ökologischen und gesellschaftlichen Ansatz eine 5.000 Euro Förderung durch die Umweltlotterie. Mit der Förderung konnten wichtige Ackerbaugeräte erworben und ein Logo entwickelt werden. Auch wurden Flyer für die Mitgliederanwerbung gedruckt, denn gerade zur Gründungszeit lag der Fokus auf der Neugewinnung von Mitgliedern. Am vergangenen Freitag übereichte Alexander Sausmikat, stlv. Geschäftsführer von LOTTO Hessen, die Auszeichnungsplakette für geförderte regionale Umweltprojekte der GENAU Umweltlotterie und zeichnete damit die Erfolge der Initiative aus. 

Eine Gemeinschaft zwischen Erzeugern und Verbrauchern 

Solidarische Landwirtschaft bedeutet, dass Bio-Produzenten und Verbraucher Hand in Hand gehen, das wirtschaftliche Risiko einer Ernte mittragen. Landwirte und Gärtner haben ein festes Einkommen und auch planbare Mittel für Investitionen. Die Mitglieder sind im Gegenzug nah bei der Erzeugung ihrer Lebensmittel, erfahren welcher Kraftakt für den Anbau nach Ökorichtlinien aufgebracht wird und erlangen wieder mehr Bezug zu den Lebensmitteln, die sie in ihrer Küche verarbeiten.  

SoLaWi Friedberg-Dorheim

Im Jahr 2016 entstand aus einer Verbraucherinitiative die Solawi Wetterau-Dorheim in Friedberg. Auf einer Informationsveranstaltung fanden sich der Landwirt Holger Pabst aus Dorheim und 15 interessierte Verbraucher, die auf der Suche nach einer anderen Wirtschaftsweise waren. Die Initiative startete mit 35 Mitgliedern und ist bis heute auf 90 Anteilseigner angestiegen. Aufgrund der stetig wachsenden Mitgliederzahl wurde im Jahr 2019 ein Verein gegründet. Einen Hektar seines Ackerlandes stellt der Landwirt für das Vorhaben zur Verfügung. Hier wachsen bis zu 45 verschiedene Gemüsesorten. Was wann gepflanzt wird, wie bewirtschaftet wird und wann geerntet wird, das hängt von den Anbauplänen und der Arbeit der angestellten Gärtner ab. Regelmäßig tagt ein Plenum zu dem der Verein alle Mitglieder einlädt, um gemeinsam mit dem Landwirt und den angestellten Gärtnern die Geschicke der Gemeinschaft solidarisch zu planen und abzustimmen. 

Weitere Informationen zur Solawi Friedberg-Dorheim finden Sie unter: www.solawi-friedberg-dorheim.de

5 Initiativen im Wetteraukreis 

Im Landkreis Wetterau sind in den vergangenen Jahren Solidarische Landwirtschaftsprojekte in Friedberg, Wallernhausen, Büdingen und in Wölfersheim entstanden. Die Mitgliederzahlen variieren zwischen 50 und 100 Anteilseignern je nach SoLaWi. Auf Wunsch werden die Initiativen durch die Modellregion Ökolandbau Wetterau beratend unterstützt. Aktuell befindet sich in Bingenheim eine weitere Solawi in der Gründungsphase. Interessenten können  sich gerne bei Claudia Zohner, Koordinatorin der Modellregion Ökolandbau Wetterau, per Telefon unter  06031 – 834217 oder E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! informieren. 

Das Forum der Modellregion Wetterau 2020 am vergangen Dienstag, den 28. Januar im Kreishaus in Friedberg, zog zahlreiche Akteure des ökologischen Landbaus aus Erzeugung, Verarbeitung, Bildung und Vermarktung an, gab einen Ausblick auf neue Projekte im Kreis, informierte zu landwirtschaftlichen Themen und bot Gelegenheit zur Vernetzung. Umgesetzt wurde die Veranstaltung gemeinsam mit dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen. 

Zu Beginn des Abends begrüßten Landwirtschaftsdezernent Matthias Walther, die rund 70 Gäste mit der erfreulichen Nachricht, dass vier erfolgreiche Jahre hinter uns liegen und ein Projektverlängerungsantrag beim Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geplant ist.

„In der Region sind interessante Ideen angestoßen und umgesetzt worden. Ich bin zufrieden mit den Aktivitäten der Modellregion Wetterau, hierauf können wir gut aufbauen“, lobte Mathias Walther das Engagement und die bereits erzielten Erfolge der Arbeitsgemeinschaft Modellregion Ökolandbau Wetterau.

Die Gunstregion Wetterau ist im fünften Jahr Modellregion für den Ökolandbau in Hessen. Der Förderzeitraum durch das Hessische Ministerium erstreckt sich bis Ende 2020. Wo die Arbeitsgemeinschaft mit Ihrer Arbeit steht und wie es in diesem Jahr weitergeht, waren die zentralen Fragen mit denen sich Claudia Zohner, Koordinatorin der Modellregion Ökolandbau Wetterau, in ihrem Vortrag befasste. Die Modellregion Ökolandbau Wetterau fördert aktuell 10 Teilprojekte davon drei intensiv im Bereich Verarbeitung und Vermarktung. Hierzu gehören die Projekte „Durch die Wetterau rennt die BioSau“, „Dolle Knolle aus der Wetterau“ und die Mobile Geflügelschlachtung. Die Rind- und Schweinefleischerzeugnisse und das Knollengemüsen stammen aus regionalen Kooperationen von Ökolandwirten, Verarbeitern und Vermarkten. Angeboten werden die Produkte in der ersten Verarbeitungsstufe vor allem für Großküchen.

In der Veranstaltung wurden auch zentrale Thematiken wie die Düngeverordnung und die Marktsituation in der Bio-Branche durch verschiedene Referenten aufgegriffen und angeregt diskutiert.

Zum Abschluss des Forums waren die Teilnehmer zum Austausch sowie zu weiteren Projektanstößen für die Modellregion Ökolandbau Wetterau aufgerufen.

Am Montag, den 25. November 2019 fand in der Kulturscheune Limeshain-Himbach das Regionalforum „Geflügel aus der Region und für die Region“ statt. Das Forum richtete sich an 70 Teilnehmer, die im Geflügel- und Eiergeschäft tätig sind und nach Netzwerken für eine bessere Wertschöpfung suchen. Veranstalteter waren die Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen und die Vereinigung der Hessischen Direktvermarkter in Kooperation mit der Modellregion Ökolandbau Wetterau.

Eier aus der Region oder vom Hof nebenan sind bei Verbrauchern sehr beliebt. Immer mehr Landwirte betreiben daher mobile Hühnerställe. Einige halten auch Masthühner. Nicht zuletzt müssen Legehennen und Hähnchen irgendwann auch geschlachtet, verarbeitet und vermarktet werde. Das eigene Schlachten und Vermarkten bis hin zur Verarbeitung des Suppenhühnerfleischs kann die Wirtschaftlichkeit des Betriebszweigs verbessern.

Nach der Begrüßung und der Vorstellung des Projekts „Mobile Geflügelschlachtung“ der Modellregion Ökolandbau Wetterau durch die Koordinatorin, Claudia Zohner, präsentierte Christian Dodenhoff die Funktion und Wirtschaftlichkeit eines Geflügelschlachtmobils. Dr. Veronika Ibrahim, Fachstellenleitung Lebensmittelüberwachung, informierte über die rechtliche Lage und Zulassungsfragen aus Sicht der Veterinärbehörde.

Der Mangel an Schlachtstätten im ländlichen Raum wird im Bereich der Geflügelschlachtung besonders deutlich. Ökologisch als auch konventionell wirtschaftende Betriebe mit ihrer Geflügelhaltung und Eierproduktion haben am Ende des Produktzyklus die Schwierigkeit, die Tiere regional und tierschutzorientiert schlachten zu können. Aus diesem Grund wurde ein runder Tisch im Landkreis Wetterau mit Vertretern aus verschieden Institutionen wie der Fachstelle Lebensmittelüberwachung, dem Fachdienst Landwirtschaft, dem Dottenfelderhof, der Hessischen Tierschutzbeauftragten, der hessischen Metzgerinnung sowie der Vereinigung Ökologscher Landbau in Hessen e.V. initiiert. Gemeinsam wurde die Projektidee „mobile Geflügelschlachtstätte“ entwickelt. Ziel ist der Einsatz eines Geflügelschlachtanhängers im Wetteraukreis und des näheren Umkreises.

Das Betreiben eines Geflügelschlachtanhängers kann eine lukrative Erwerbskombination für landwirtschaftliche Betriebe oder ein profitables Einkommen für Personen aus dem Verarbeitungshandwerk sein, die sich selbständig machen wollen. Derzeit wird im Wetteraukreis ein Betreiber für den geplanten mobilen Geflügelschlachtanhänger gesucht. Interessenten werden gebeten sich telefonisch bei Claudia Zohner, Koordinatorin der Modellregion Ökolandbau Wetterau/Fachdienst Landwirtschaft, unter der Telefonnummere 06031/83-4217 zu informieren.

Im Rahmen des Forums wurden auch verschiedene Vermarktungswege für Geflügel aufgezeigt. Tim Treis, Hessische Biohuhn eG, stellte das neues Geschäftsmodell für Convenience-Produkte aus Bio-Suppenhühnern vor. Zudem wurde das Angebot von LANDMARKT für Direktvermarkter von Geflügel aufgezeigt.

Zum Abschluss des Regionalforums tauschten sich die Teilnehmer angeregt an verschiedenen Themen-Tischen über die Bereiche Geflügelschlachtung, Geflügelverarbeitung und Geflügelvermarktung aus.

Das Land Hessen ist mit der Region Emilia-Romagna verschwistert. Eine Delegation unter Leitung der Landwirtschaftsministerin Simona Caselli besuchte dieser Tage den Wetteraukreis, um sich über das Projekt Modellregion Ökolandbau Wetterau zu informieren. Kreisbeigeordneter und Landwirtschaftsdezernent Matthias Walther begrüßte die Gäste aus Bologna.

Auch wenn es erhebliche Größenunterschiede gibt, sei doch die Wetterau mit der Emilia-Romagna vergleichbar, eine fruchtbare Region in einem prosperierenden Gebiet. Die Landwirtschaft unterliege einem stetigen Wandel. „Derzeit gibt es knapp 1.000 landwirtschaftliche Betriebe im Wetteraukreis“, so Matthias Walther, „vor 30 Jahren waren es dreimal so viel.“ Die bewirtschaftete Fläche habe sich hingegen kaum verändert. 52.000 Hektar werden landwirtschaftlich bewirtschaftet. 

Zahl der Ökobetriebe wächst

2015 wurde der Wetteraukreis eine von drei Ökomodellregionen in Hessen. Damals betrug der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen nur vier Prozent bei 40 ökologisch wirtschaftenden Landwirten. Mittlerweile hat sich die Zahl der Öko-Betriebe auf 62 erhöht. Fast 5.000 Hektar werden heute ökologisch bewirtschaftet. Die wachsende Zahl der Öko-Betriebe bezeichnete Walther als Erfolg für das Projekt. „Das hat viel mit unserem Engagement für die Modellregion Ökolandbau und den beteiligten Landwirten zu tun“, berichtete Claudia Zohner, die Koordinatorin des Projekts.  

Italien ist in Sachen ökologischer Landbau schon etwas weiter als Deutschland. Nach Spanien ist Italien das Land mit der größten Biofläche in Europa, noch vor Frankreich und Deutschland. In der Emilia-Romagna, konnte Ministerin Caselli berichten, hat der Ökolandbau ebenfalls erheblichen Zuwachs. Mittlerweile werden 15 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in der Emilia-Romagna ökologisch bewirtschaftet. Das sind rund 5.000 Bio-Landwirte. 50 Prozent der Bauernhöfe in der Region haben weniger als fünf Hektar. Die durchschnittliche Größe eines Bio-Bauernhofs beträgt 30 Hektar.

„In ganz Europa gibt es ein verändertes Verbraucherverhalten mit dem Wunsch nach sicheren Lebensmitteln und damit auch nach mehr Bio“, erläuterte die Ministerin. Die Emilia-Romagna habe zwar auch viel Industrie vorzuweisen, sei aber auf Landwirtschaft angewiesen.

Der gegenseitige Austausch in Fragen der Landwirtschaft, speziell der ökologischen Bewirtschaftung, soll nach dem Wunsch von Ministerin Caselli fortgesetzt werden. Besonders beeindruckt zeigte sie sich von dem ganzheitlichen Ansatz und der Einbeziehung der Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Modellregion Ökolandbau. Caselli kündigte an, dass die Provinz Bologna Bio-Distrikt werden soll, was der Idee der Modellregion ökologischer Landbau ziemlich nahekommt. Hier wolle man durch den Austausch von Erfahrungen gegenseitig profitieren.

Solidarisch wirtschaften

Nach dem Meinungsaustausch im Friedberger Kreishaus besuchte die italienische Delegation noch den Bio-Hof Pabst in Dorheim, wo auf einer Fläche von 1,3 Hektar das Modell der Solidarischen Landwirtschaft praktiziert wird. 

Holger Papst erläuterte die Funktionsweise: Ein Landwirt sagt, wie hoch sein Budget für den geplanten Anbau von bis zu 45 Gemüsekulturen ist. Das Budget wird dann geteilt durch die Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft, die damit einen Monatsbeitrag festlegen. Dieser beträgt für die 90 Mitglieder der SOLAWI Dorheim 60 Euro, mithin 720 Euro pro Jahr. Damit werden die Kosten für die Bewirtschaftung der Fläche und die damit verbundene Arbeitskraft finanziert. 

Das Besondere an der Solidarischen Landwirtschaft ist die Tatsache, dass Konsumenten und Produzenten wieder zusammengebracht werden. Die Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft holen sich nämlich nicht nur jeden Freitag ihre Gemüsekiste, die zu den besten Erntezeiten schon einmal acht Kilogramm schwer ist und jetzt in der Winterzeit mit Sellerie, Möhren, Pastinaken, Kartoffeln, Grünkohl und Zwiebeln eher leichter ausfällt, sondern helfen mitunter auch freiwillig bei der Feldarbeit. 

Vera Merkel und Christopher Schunk teilen sich eine Stelle und arbeiten das ganze Jahr über auf der Fläche. Im Februar beginnt die Planung, welche Kulturen angebaut werden. 40 bis 45 verschiedene Fein- und Grobgemüse sowie, Kräuter werden angebaut. Die jeweilige wöchentliche Ernte wird durch 90 geteilt und dann abgeholt. Für besonders aufwändige Arbeiten, wie etwa die Ernte von Bohnen, werden die Mitglieder zur Mitarbeit eingeladen. „Auch das ist kein Problem, das Engagement der Mitglieder ist hoch. Schließlich wissen sie, welch hochwertige Ware sie für ihren Einsatz bekommen“, sagte Christopher Schunk.

Ministerin Caselli und die Teilnehmer ihrer Delegation bedankten sich abschließend für die Gastfreundschaft und die interessanten Einblicke. Alle Beteiligten waren sich einig, dass man vom gegenseitigen Austausch profitiere und voneinander lernen könne.

Von Freitag, den 23. bis Samstag, den 31. August 2019 richtete die Arbeitsgemeinschaft Modellregion Ökolandbau Wetterau die vierte Veranstaltungsreihe „BioWoche in der Wetterau“ aus. Im ganzen Landkreis gab es ein buntes BIO-Programm: Ackerfeste, Verkostungen, Workshops, Vorträge, Betriebsführungen und vieles mehr wurden geboten. Durch das große Engagement der Öko-Landwirte, -Verarbeiter, -Händler sowie engagierter Vereine war die Vielfalt der 18 Veranstaltungen auch in diesem Jahr wieder beeindruckend und bot Genuss, Erlebnis und Information für 600 große und kleine Verbraucher.  

 „Die BioWoche in der Wetterau ist unsere Kampagne für den ökologischen Landbau im Landkreis und macht den August jährlich zum Bio-Monat in der Region“, hob Landwirtschaftsdezernent Matthias Walther in seiner Begrüßung während der Auftaktveranstaltung „Wir SWINGEN in die BioWoche 2019 mit Wein und Käse“ am Freitag, den 23. August hervor. Rund 90 Teilnehmer fanden sich unter freiem Himmel zu der musikalisch begleiteten Bio-Verkostung mit Rahmenprogramm beim Lieferdienst Bio-Hopper in Ossenheim ein. 

Der Verbraucher bestimmt an der Ladentheke

Bio ist Trend, so entscheiden sich immer mehr Konsumenten für Produkte aus ökologischem Landbau und legen Wert auf Herkunft und Qualität der Erzeugnisse. „Das beträchtliche Interesse an regionalen Bio-Lebensmitteln ist eine große Chance für Bio-Produkte aus der Wetterau“, betonte Matthias Walther. Immer mehr Landwirte finden im ökologischen Landbau eine Antwort auf die drängenden Herausforderungen der Landwirtschaft wie Umweltschutz und Tierwohl. Öko-Landwirt Christof Förster, Hofgut Marienborn bei Büdingen-Eckartshausen, brachte es bei seiner Betriebsführung „Pork to Fork – Vom Bio-Schwein bis zur Bratwurst“ am Samstag, den 24. August auf den Punkt: „Der Verbraucher hat es täglich in der Hand, wenn er regionale und ökologisch erzeugte Produkte an der Ladentheke nachfragt, wächst das Angebot und die regionale Wertschöpfung wird gestärkt.“ 

BioWoche in der Wetterau 2019 

Die Veranstaltungsreihe BioWoche in der Wetterau schafft eine Verbindung zwischen Öko-Landwirten, -Verarbeitern, -Händlern  und  Verbrauchern. Denn wenn der Konsument selbst und mit allen Sinnen erfahren kann, wer und welcher Aufwand hinter einem regionalen Lebensmittel stehen, entwickelt sich eine neue Wertschätzung beim Verbraucher. Hierzu gaben zahlreiche Veranstaltungen in der vergangen Woche die Möglichkeit:

Unter dem Motto „Stallluft und Küchenduft“ konnten Kinder am Samstag, den 24. August auf dem Naturland-Hof Weber in Kaichen erleben, was ein Bio-Landwirt alles auf seinem Hof zu tun hat und wie lecker selbst geerntete Feldfrüchte schmecken. Für Erwachsene wurde an diesem Tag eine offene Weinprobe in der Bioweinhandlung Förster in Friedberg-Ockstadt geboten. Die solidarische Landwirtschaft Bunter Acker e.V. veranstaltete am darauffolgenden Sonntag ein großes Sommerfest auf dem Acker in Nidda-Wallernhausen. Ein großes Buffet mit vielen Köstlichkeiten lud zum Verweilen ein und auf den Ackerführungen erfuhren die Teilnehmer alles über den Anbau der Zutaten des Buffets und das Projekt. Weiter ging es am Dienstag, den 27. August mit einer Führung über das LLH-Ökoversuchsfeld in Ober Erlenbach. Hier wurden die Ziele des Anbauversuchs erläutert. 

„Saatgutvermehrung – Die Grundlage der Erzeugung“ war das Thema der Betriebsführung bei der Bingenheimer Saatgut AG, am Mittwoch, den 28. August in Echzell-Bingenheim. Im Gästehaus-Biobauernhof „Im alten Hof“ in Wallernhausen wurde an diesem Tag eine ganze Kinderschar zu „Käse-Experten“ ausgebildet. Auf dem Demeter-Betrieb erlebten Kinder wie aus frischer Milch Käse hergestellt wird. 

Leckeres aus heimischen Anbau und Herstellung wurde am Donnerstag, den 29. August zum Probieren und Genießen im Bio-Laden Regebogen in Friedberg angeboten. Während der Betriebsführung im Unternehmen MykoVital Heilpilze GmbH in Limesheim, erfuhren Besucher an diesem Tag, wie Bio-Pilze in der Wetterau gezüchtet werden. Die Veranstaltung schloss mit einer leckeren Pilzpfanne ab. 

Der Erlebnis- und Genusstag im BioMarkt Bad Nauheim am Freitag, den 30. August bot allerlei Gaumenfreuden: von frisch zubereiteten Speisen, über eine Müslistraße bis hin zu  vielen weiteren Aktionen. Ebenfalls am Freitag wurde auf dem Dottenfelderhof in Bad Vilbel die Führung „Öko-Forschungszüchtung auf dem Betrieb“ sowie der Workshop „Bienenführung“ angeboten. Am Samstag, den 31. August fand ein Bio-Frühstück auf der Domäne Konradsdorf in Ortenberg mit anschließender Hofführung auf dem  Bio-Milchviehbetrieb in der Wetterau statt. 

18 Bio-Veranstaltungen mit etwa 600 Besuchern

Die Besucherzahlen und die Qualität der verschieden Veranstaltungen sprachen für sich. Einen großen Dank sprachen die Koordinatorin der Modellregion Ökolandbau Wetterau Claudia Zohner gegenüber den Kooperationspartnern der BioWoche für ihr Engagement und die zahlreichen Ideen aus. „Ohne die hervorragende Arbeit der Betriebe sowie Initiativen in der Wetterau, ist die Durchführung eines solch umfangreichen Programms mit etwa 600 Besuchern nicht zu stemmen“, so Zohner. Die Veranstaltungsreihe BioWoche in der Wetterau 2019 endete mit dem großen,  attraktionsreichen und gut besuchten Ackerfest der solidarischen Landwirtschaft Wetterau-Dorheim am vergangenen Samstag.  

Die im März 2016 gestartete Umstellungsoffensive auf Ökolandbau im Landkreis Wetterau ist bis heute ein Erfolgsprojekt. Ziel der Offensive ist es den Anteil von ökologisch bewirtschafteter Fläche sowie die Anzahl der Bio-Betriebe zu erhöhen. Durch das Projekt werden konventionelle Landwirte oder bereits ökologisierte konventionelle Betriebe mit einem breiten Angebot angesprochen und auf Wunsch mit anderen Akteuren vernetzt.

„Die Modellregion Ökolandbau Wetterau hat in den vergangen drei Jahren durch zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen wie den Öko-Umsteller Tagen dazu beigetragen, die Zahl der Ökobetriebe in der Wetterau von 40 auf 62 Betriebe zu erhöhen sowie den Anteil von ökologisch bewirtschafteter Fläche von 2.700 ha auf 4.800 ha auszuweiten“, sagte Landwirtschaftsdezernent Matthias Walther bei der Begrüßung der rund 50 anwesenden Landwirte, Fachberater und Interessierten, die der Einladung zum Forum-Umstellung am Montag, den 1. April in das Haus der Umwelt nach Friedberg gefolgt waren.

Umstellungsoffensive Ökolandbau
Die zentrale Wetterau ist wegen der hohen Bodenfruchtbarkeit und dem günstigen Klima absolut herausragende Gunstregion Hessens. Die auf den Flächen zu erzielenden Erträge sind die höchsten des Landes. Das hohe Ertragspotenzial und die Flächenstruktur im Wetteraukreis mit einem rd. 75% Ackerlandanteil waren Voraussetzungen, bei denen der Ökolandbau für die meisten konventionellen Betriebe keine Option war. Daher sind erzielte Umstellungserfolge im Landkreis wegweisend für konventionelle landwirtschaftliche Betriebe in ganz Hessen.

Derzeit werden in etwa 9% der landwirtschaftlichen genutzten Fläche im Kreis ökologisch bewirtschaftet. Um dies weiter voranzutreiben, setzten die Projektverantwortlichen auch im Jahr 2019 auf das bewährte Konzept von Infoveranstaltung und Exkursion an den Öko-Umsteller Tagen. So wurden während des Umstellungs-Forums die Grundlagen des Ökologischen Landbaus, die Beratungs- und Förderangebote sowie der Ablauf einer Bio-Zertifizierung von verschieden Referenten erörtert und am vergangen Samstag zwei regionale Öko-Betriebe mit den Teilnehmern des Forums besucht.

Günstige Rahmenbedingungen für Umsteller
Welche staatlichen Beratungsangebote es für umstellungsinteressierte Landwirte gibt, das berichtete Heinz Gengenbach, vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH). Ökolandbau wird gesellschaftlich wertgeschätzt und finanziell gefördert. Die Preise sind höher als für konventionell erzeugte Produkte. Gengenbach warnte aber vor zu viel Euphorie, denn die Umstellung erfordere einen langen Atem, viel Arbeit, höhere Investitionen und führt zu geringeren Ernteerträgen.

Wer auf leicht lösliche Mineraldünger sowie auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutz verzichten will, für den ist der Ökolandbau eine Alternative. Um erfolgreich zu sein, müsse man die Familie einbinden und die notwendigen Ressourcen ermitteln. Besonders in der Umstellungsphase, im Zeitraum von normalerweise 2 Jahren, muss auf die Liquidität des Betriebes geachtet werden, da die Umstellungsware zwar nach den Öko-Richtlinien erzeugt wird, aber nicht als Bio-Ware gehandelt werden darf.

Fördermittel für den Ökolandbau
Die Zuschüsse werden über den Fachdienst Landwirtschaft der Kreisverwaltung in der Wetterau ausgezahlt. Maßgebend dafür ist das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM).

„Gefördert wird der ökologische Landbau immer für eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren. Die Förderung hängt von der Nutzung der Flächen ab. Sie beträgt etwa für Ackerland 260 Euro pro Hektar, für Dauergrünland 190 Euro pro Hektar, für Gemüse 420 Euro pro Hektar. Die Zuschüsse sind an die Einhaltung der Vorgaben in der Flächenbewirtschaftung, sowie in der Tierhaltung, gebunden“, gab Tatjana Bär von der Fachstelle Agrarförderung Auskunft.

Bio-Zertifizierung
Wer sich dazu entscheidet ökologisch auf seinem Betrieb zu wirtschaften, verpflichtet sich gleichzeitig zur Prüfung der Einhaltung der Öko-Richtlinien durch eine Kontrollstelle. Referentin Dr. Anne Schmidt, von der AgrarBeratungs- und Controll GmbH, einem privaten und neutralen Kontrollinstitut, berichtet daher über die Anforderungen und den Ablauf einer Bio-Zertifizierung. Am Ende des Vortrags war klar: Wer ein gutes Ablagesystem für seine Belege einführt, muss keine Bedenken vor der Öko-Zertifizierung haben.

Verbände des ökologischen Landbaus
Umstellungsbetriebe schließen sich häufig einem Verband des ökologischen Landbaus an. Das sind in Hessen Bioland, Naturland, Demeter, Biokreis und Gäa e.V. Ökologischer Landbau. Um die eigene Qualität zu sichern, haben die Öko-Verbände weitere Kriterien für die Erzeugung und Verarbeitung von Verbandsware eingeführt. Mehr als 50 Prozent der ökologisch arbeitenden Betriebe in Hessen gehören einem Verband an und das mit gutem Grund, denn die Verbände erleichtern den Marktzugang und begleiten mit Beratern.

Nach den Vorträgen standen die Referenten noch für Fragen der interessierten Landwirte zur Verfügung.

Exkursion zu regionalen ÖkobetriebenAm Samstag, den 6. April folgten geführte Exkursionen für interessierte Landwirte auf die Ökobetriebe Matthias Weitzel Naturland-Betrieb in Niddatal-Kaichen und den Bioland-Biohof Jens Dieffenbach in Wölfersheim. Beide Betriebe waren bereits bei der ersten Umstellungsveranstaltung der Modellregion Ökolandbau Wetterau im Jahr 2016 Teilnehmer und haben in den Folgejahren eine Betriebsumstellung durchlaufen. Die Betriebsleiter stellten ihre Betriebe und ihre Wirtschaftsweise vor, führten durch Ihre Betriebsstätten, den Fuhrpark und berichteten detailliert von ihren Umstellungserfahrungen im Ackerbau.

„Landwirte, die das Thema betriebliche Weiterentwicklung langfristig angehen und dabei den Ökolandbau als Option betrachten, haben durch Veranstaltungen wie die Öko-Umsteller Tage 2019 jede Menge Informationsmöglichkeiten. So können die Chancen und Risiken einer Umstellung abwägt werden. Besonders hilfreich sind die persönliche Kontakte zu regionalen Biobetrieben durch die Exkursionen, von deren Erfahrungen umstellungsinteressierte Landwirte gut profitieren können“, so Matthias Walther.

Vom 23. bis zum 31. August 2019 findet zum vierten Mal die Veranstaltungsreihe BioWoche in Wetterau statt. Bio-Landlandwirte, Verarbeitungsbetriebe, Naturkostläden und Vereine öffnen erneut mit einem bunten Programm ihre Hoftore und Türen für Verbraucher.

In den letzten Jahren erstreckte sich das Angebot von Workshops, Hoffeste, Aktionstagen, Betriebsführungen mit Verkostungen bis hin zu musikalischen Kulturveranstaltungen und vieles mehr. „Der Wetteraukreis ist Modellregion für den Ökolandbau in Hessen. Mit der BioWoche wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern für mehr Bio in der Region werben“, sagt Landwirtschaftsdezernent Matthias Walther.

Unter dem Motto "Genussvoll informieren" soll die Veranstaltungsreihe BioWoche in der Wetterau auch in diesem Jahr kleinen und großen Verbrauchern die Möglichkeit geben authentische Einblicke in die ökologische Landwirtschaft zu erhalten, Biolebensmittel zu probieren und die ökologische Vielfalt in der Wetterau mit allen Sinnen zu erleben.

Daher sind wir auf der Suche nach weiteren Kooperationspartnern für die BioWoche vom 23. bis zum 31. August 2019 in der Wetterau! Bei Interesse melden Sie sich bitte bei:

Wetteraukreis - Der Kreisausschuss
Modellregion Ökolandbau Wetterau
Homburger Straße 17
61169 Friedberg

Ansprechpartner/in
Claudia Zohner
Telefon 06031 83-4217
Fax 06031 83-914217
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„Die regionale Vermarktung von Lebensmittel zu stärken, ist erklärtes Ziel des Wetteraukreises und ein wichtiges Anliegen im Projekt Modellregion Ökolandbau Wetterau “, sagt Kreisbeigeordneter und Landwirtschaftsdezernent Matthias Walther. Regional ist absolut in, darin waren sich alle Teilnehmer der Veranstaltung „Heimat auf dem Teller – gemeinsam Gäste gewinnen“ einig. Am 5. Februar haben 40 Erzeuger und 25 Gastronomen gemeinsam in der Sampohalle in Bingenheim erörtert, wie regionale Produkte auf die Teller der Gastwirte kommen.

Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinsam vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Hessen, Kreisverband Wetterau e.V., dem Wetteraukreis (Modellregion Ökolandbau Wetterau), der TourismusRegion Wetterau und dem Verein Wetterauer Landgenuss, in dem sich Erzeuger und Gastronomen zusammengeschlossen haben.

Regionalität ist aus vielen Gründen sinnvoll: Die Produkte sind nicht um die halbe Welt gereist, um auf dem Teller der Gastwirte zu landen. Viel Verpackungsmüll entfällt. Das Image der Produkte ist hoch und die Qualität und Frische ist oft höher als bei von weither eingeführten Produkten. „80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher wollen lieber regionale Produkte“, sagt Holger Gries, der im Landkreis Groß-Gerau höchst erfolgreich ein Restaurant betreibt mit überwiegend regionalen Produkten. „Die Gäste wollen aber auch genau wissen, wo das Fleisch auf dem Teller herkommt“, betont der Gastwirt.

Dazu konnten einige Referenten der Veranstaltung einiges beitragen, etwa wenn Bio-Schweinefleisch vom Gut Marienborn in Büdingen kommt, Erdbeeren und Spargel vom Spargelhof Bär in Karben oder Gänse- und Putenteile aus heimischer Zucht in Rockenberg, wie etwa von Berthold Antony, der 80 Prozent seiner Erzeugnisse im eigenen Hofladen vermarktet.

In der Zusammenarbeit zwischen Erzeugern und Gastronomen gibt es aber auch Konfliktlinien, etwa wenn Produkte nicht immer in der gleichen Qualität verfügbar sind. Der Landwirt will natürlich das Schwein als Ganzes verkaufen, während die Gastwirte Lende oder Filet - oder am Beispiel von Geflügel, Keulen oder Brust - bevorzugen, der Rest des Tieres aber auch vermarktet werden muss. Christoph Förster vom Gut Marienborn empfiehlt, dafür einfach mehr Kreativität auf die Speisekarte zu bringen und alle Teile des Bio-Schweins zu vermarkten.

Einen wichtigen Raum nahm der ‚Marktplatz der Region‘ bei der Veranstaltung ein, auf dem 17 regionale Direktvermarkter ihre Produkte vorstellten. Das Angebot reichte von verschiedenen Fleischsorten wie Bio-Schweinefleisch über Bio-Gemüse, von Backwaren und Pilzen aus ökologischer Erzeugung über verschiedene Säfte, Edelbrände und Seccos bis hin zu geschälten Kartoffeln.

Insgesamt ein gelungener Nachmittag, den viele Gastronomen zur Kontaktaufnahme und Vertiefung genutzt haben. Auch Christian Sperling, Leiter des Fachbereichs Regionalentwicklung und Umwelt der Kreisverwaltung, zeigte sich zufrieden. „Eine gute Veranstaltung, die wir bei Bedarf fortsetzen werden.“

Mittagessen und Zwischenmahlzeiten in Kitas und Schulen wünschen sich viele nicht nur ausgewogen, sondern auch regional und nachhaltig aus ökologischer Landwirtschaft. Bislang scheitert der Anspruch häufig daran, dass begrenzte Budgets vermeintlich keine Bio-Produkte zulassen. Um hierzu Ansätze und Möglichkeiten in der Bio-Außerhausverpflegung aufzuzeigen, fand im Rahmen des Projekts Modellregion Ökolandbau Wetterau im November 2018 die Veranstaltungsreihe „Bio in Kita und Schule“ statt.

Der Ausbau der Ganztagsbetreuung birgt für Schulen und Kitas die Chance, ihre Speiseangebote kindgerecht zu gestalten und dies von Beginn an teilweise oder komplett auf Bio auszurichten. Doch bei der bedarfsgerechten und ökologischen Ernährung von Kindern und Jugendlichen fühlen sich Verantwortliche oft nicht ausreichend informiert. Das Angebot von budgetgerechten Bio-Lebensmitteln im Speiseplan ist daher ein Herausforderung und gleichzeitig ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit für die Einrichtung.

Vor der Umstellung treten viele Fragen auf: Wie kann man Bio in der Küche umsetzen? Wie werden Bio-Speisepläne budgetgerecht erstellt? Wie wirbt eine Einrichtung mit einem nachhaltigen Ernährungskonzept? Welche verschiedenen Verpflegungssysteme gibt es? Gibt es ein regionales Bio-Angebot im Kreis? Antworten auf diese Fragen und weitere Hilfestellungen erhalten Köche, Lehrkräfte, Erzieher, Leitungspersonal von Kitas und Schulen, Eltern und Gemeindevertreter sowie interessierte Caterer- und Großküchenvertreter auf den nachstehenden Veranstaltungen:

„Nachhaltig essen in Kita und Grundschule - wie kann das gelingen?“ Ein Workshop für Einrichtungen mit eigener Küche am Donnerstag, den 22. November 2018 in Friedberg. Schwerpunkte des Workshops sind nachfolgende Themen: Regional, fair und ökologisch – Warum nachhaltige Angebote in der Kita- und Schulverpflegung wichtig sind: Beschaffung – Kalkulation – Speiseplanung; Der BioHopper – Ein Lieferdienst stellt sich vor; Kochpraxis: Regionale und biologische Lebensmittel in der Kita- und Schulverpflegung. Kooperationspartner der Veranstaltung ist die Agentur für Ernährungsfragen Anja Erhart.

„BIO in der Kita- & Schulverpflegung – Regionaler Bezug – wie geht das?“ Ein Regionalforum für Einrichtungen mit externer Belieferung am Dienstag, den 27. November 2018 in Friedberg. Das Regionalforum gibt Aufschluss zu folgenden Aspekten: Biolebensmittel als zentraler Baustein in der Gemeinschaftsverpflegung einsetzten; Bioverpflegung als Mehrwert in das Gesamtkonzept der Einrichtung integrieren; Welches Belieferungssystem passt für meine Kita oder Schule?; Die KochFABrik (FAB gGmbH) stellt sich mit einer Verkostung vor. Kooperationspartner der Veranstaltung ist die Vereinigung Ökologischer Landbau Hessen e.V. (VÖL).

Exkursion zu regionalen Bio-Betrieben am Mittwoch, den 28. November 2018
Um 15 Uhr startet die Exkursion auf dem Hofgut Domäne Konradsdorf, dem größten Bio-Milchviehbetrieb in der Wetterau, in Ortenberg mit einer Hofbesichtigung. Der Biolandbetrieb vermarktet seine Produkte (Rindfleisch, Eier, Getreide, Nudeln) unter anderem über den hofeigenen Laden. Von dort geht es ab 17 Uhr weiter in die familiengeführte Vollkornbäckerei Mulinbeck GmbH & Co.KG nach Büdingen-Düdelsheim. Für die Familie Kilb stehen das Handwerk und die Qualität der Backwaren sowie die Regionalität der Getreideherkunft an erster Stelle. Daher wird der Kontakt zu heimischen Bio-Landwirten stetig ausgebaut. Nach dem gemeinsamen Rundgang durch die Backstube findet eine Probeverkostung statt. Kooperationspartner der Veranstaltung ist die Vereinigung Ökologischer Landbau Hessen e.V. (VÖL).