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Im Juni war die „Ökomodellregion Vogelsberg“ mit dem Ziel gestartet, die Vogelsberger Erzeuger, Verarbeiter und Vermarkter zusammenzubringen und so einen Mehrwert für die Region zu erzeugen. Bei der Fleischproduktion und Schlachtung sollen bestehende Strukturen erhalten und weitere aufgebaut werden, speziell im Bio-Bereich. Deshalb waren Mitglieder des Arbeitskreises und Projektleiter Mario Hanisch zu Gast bei Sven Euen im Erzeugerschlachthof Kurhessen in Fulda. Für die Biofleisch-Erzeuger wäre dies ein möglicher Vertriebsweg neben schon bestehender Direktvermarktung oder dem Beliefern lokaler Metzger.

Für den Schlachthofleiter, der zugleich auch Vorstandsvorsitzender der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Kurhessen ist, durchaus vorstellbar: „Als Erzeugerschlachthof sind wir erst seit dem Frühjahr am Start, wir müssen den Betrieb jetzt wieder aufbauen - freie Kapazitäten haben wir auf jeden Fall.“ Bisher gehören zwölf Schweinefleischproduzenten und mehr als 70 Erzeuger von sogenanntem Biosphärenrind zur Erzeugergemeinschaft. 80 bis 100 Stück Großvieh und etwa 1.000 Schweine werden pro Woche geschlachtet und gehen dann weiter an Verarbeitungsbetriebe nach Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern oder nach Schwäbisch Hall. Von dort aus läuft auch die Vermarktung über einen Dienstleister der Vieh- und Fleischvermarktung. Noch: „Langfristig wollen wir unser Fleisch wieder selbst vermarkten“, so der Plan, „dann mit eigenem Personal und direkt hier am Hof.“

Bis zur Zerschlagung des einstigen tegut-Schlachthofs 2013 war Euen 22 Jahre lang fürs Qualitätsmanagement bei tegut beschäftigt und zuständig für den Schlachthof und die nachgelagerten Bearbeitungsbetriebe. Er weiß wovon er spricht, wenn er aus der Geschichte der Erzeugergemeinschaft erzählt, die sich 1998 gegründet hat und deren Biosphärenrind in den tegut-Märkten verkauft wurde. „Das Biosphärenrind wurde auch als solches ausgelobt, alle Filialen wollten es haben, es machte 25 Prozent des gesamten Rindfleisches aus“, so Euen.

Mit der Ausrichtung auf Regionalität und qualitativ hochwertige Ware ist der Schlachthof ein möglicher Partner für einen geplanten Zusammenschluss von Vogelsberger Bio-Rinderhaltern dar.  In diesem Erzeugerzusammenschluss könnte der Rahmen gesetzt werden, wie viel Schlachtvieh innerhalb eines Jahres geliefert werden kann. Durch diese Verbindlichkeit und Kontinuität könne man zu einer angemessenen Preisgestaltung kommen.

Interessierte Erzeuger können sich beim Projektleiter der Ökomodellregion Vogelsberg, Mario Hanisch, melden unter Telefon 06641 977-3507 oder E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. 

Bei schönstem Spätsommerwetter fand am Wochenende die erste Fahrradtour der Ökomodellregion Vogelsberg und des ADFC statt. Entlang schöner Radwege und ruhiger Seitenstraßen blieb genügend Zeit, um die interessierten Fragen der Radler zu beantworten. Zu guter Letzt konnten die leckeren regionalen Bio-Produkte noch verköstigt werden - und spätestens da stand fest: Diese Reihe sollte unbedingt fortgeführt werden.

Die 15 Radlerinnen und Radler wurden auf ihrer Tour zu zwei Bio-Höfen im Umland von Schlitz geführt. Dabei gab es in Üllershausen auf dem Hof der Familie Lorenzen neben mobilen Hühnerställen, Gänsemast auf der Weide und Ziegenhaltung auch Einblicke in die Vermarktung der Produkte, die auf unterschiedlichen Wegen direkt zu den Verbrauchern gelangen.

In Sassen konnte im Landwirtschaftsbetrieb der Lebensgemeinschaft ein Milchviehbetrieb direkt bei der Arbeit im Melkstand besichtigt werden. Außerdem wurden hier die besonderen Ansprüche einer Betriebsführung mit Menschen mit Beeinträchtigung erläutert. Viele interessierte Nachfragen zeugten davon, wie groß das Interesse der Verbraucher zum Thema ökologische Landwirtschaft und ökologische Lebensmittel ist.

Die Ökolandbau Modellregion Vogelsberg ist offiziell gestartet: Am 27. Juni fand die Auftaktveranstaltung auf dem Sonnenhof der Familie Hampel in Schotten mit zahlreichen Gästen statt. Neben der eigentlichen Projektvorstellung konnten die Besucher bei einer Hofführung zudem die Möglichkeiten von stressfreier Schlachtung im landwirtschaftlichen Betrieb mit Direktvermarktung kennenlernen.

Die Ökomodellregion ist mit dem Ziel gestartet, die Vogelsberger Erzeuger, Verarbeiter und Vermarkter zusammenzubringen und so einen Mehrwert für die Region zu erzeugen.

In den Bereichen Fleischproduktion und Schlachtung sollen die bestehenden Verarbeitungsstrukturen erhalten und weitere speziell im Bio-Bereich aufgebaut werden. Dadurch können die ökologische Grünlandbewirtschaftung unterstützt und regionale Produkte an den Kunden gebracht werden. Bei der Vermarktung von Getreide sollen Möglichkeiten zur Erfassung auch von kleineren Partien etabliert werden sowie die Vielfalt im Ackerbau durch Kooperationen mit Bäckereien und Gastronomie wieder erhöht werden. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit sollen die Verbraucher für regionale Bio-Lebensmittel sensibilisiert werden. Und schließlich soll in Kooperation mit dem Projekt „Regionalität mit Mehrwert“ die Etablierung einer regionalen Vogelsberger Dachmarke vorangetrieben werden.

Für diese umfangreichen Vorhaben bedarf es des Engagements vieler Beteiligter, um tragfähige Strukturen für die Betriebe zu etablieren und den Vogelsberg als attraktiven Wohn- und Arbeitsort zu stärken.