Diese Seite wird nur mit JavaScript korrekt dargestellt. Bitte schalten Sie JavaScript in Ihrem Browser ein!
  • Region Vogelsberg - Landschaft-mit-Traktor
  • Region Vogelsberg - Landschaft mit Wanderer
  • Region Vogelsberg - Rinder auf Wiese
  • Region Vogelsberg - Ruhebank am Weg
  • Vogelsberg - Blick auf den Hoherodskopf

Es brummt und rieselt wieder im Kornhaus in Schwalmtal-Renzendorf, denn dieses feierte vor einigen Wochen seine „Neueinweihung“, wie der neue Eigentümer Landwirt Moritz Schäfer es nennt. In den Fünfzigern eröffnete dort die Raiffeisen-Genossenschaft das Kornhaus, um Getreide aus der Region anzunehmen, aufzubereiten, zu lagern und weiterzuverkaufen. Seit Frühjahr 2020 gehört die für einige Jahre unbenutzte Immobilie mitsamt den Anlagen im Innern dem Schwalmtaler Landwirt. Etwa acht Wochen ist die Anlage nun in Betrieb. Anlässlich der Eröffnung des ersten Öko-Kornhauses im Vogelsbergkreis stattete Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak (CDU), Anja Püchner Amtsleiterin des Amts für Wirtschaft und den ländlichen Raum und Mario Hanisch von der Ökolandbau Modellregion Vogelsberg dem Betrieb einen Besuch ab.

Auf den fruchtbaren Böden in der Gemeinde Schwalmtal ist Schäfer dazu übergegangen, Feldfrüchte anzubauen, die für viele Vogelsberger Flächen recht ungewöhnlich klingen: Grüne Linsen, Beluga-Linsen, goldener und brauner Leinsamen, Leindotter, Nackthafer, Buchweizen, aber unter anderem auch Weizen, Dinkel, Roggen, Ackerbohnen und Sonnenblumen finden sich auf den Feldern rund um den Hof. Auch ausgefallene Ölsaaten wie der „Iberische Drachenkopf“, dessen Samen beispielsweise bei der Herstellung von Seife verwendet werden, haben ihren Platz auf den Feldern. „Der Ackerbau von Sonderkulturen ist ein wichtiger Teil des Betriebs geworden“, sagt Schäfer. Auch die Züchtung, Vermehrung und Aufbereitung von Saatgut bilden einen Arbeitsbereich.

„Mein Ziel ist es, möglichst viele Produktionsschritte und die Wertschöpfungskreisläufe in meinem Betrieb zu halten“, sagt Schäfer. Der reine Milchviehbetrieb wurde erweitert und der Anbau von Sonderfrüchten ausgebaut. „Das erweiterte Konzept passt ideal in die Region. Es ist ein Scharnier zwischen Ökolandbaumodellregion Vogelsberg und der Regionalmarken-Initiative ‚Vogelsberg ORIGINAL‘“, sagt Dr. Mischak. „Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung sind in der Region gebündelt – kurze Wege und Wertschöpfung vor Ort.“

„In der Aufbereitung von Sonderkulturen, auch im Lohnbetrieb, hatten wir in den vergangenen Jahren jeweils ein Mengenwachstum von mehr als 100 Prozent“, führt Schäfer aus. Deshalb stand er vor der Wahl: Einschränken oder die Kapazitäten erweitern. Ein Neubau einer Anlage schien nicht wirtschaftlich und nach eingehender Prüfung war die Option des Kornhauses in Renzendorf eine vielversprechende. Denn gerade für Bio-Landwirte im Vogelsbergkreis gebe es Hindernisse bei der Vermarktung ihrer Feldfrüchte. „Bisher fehlte ein Stück weit die Infrastruktur. Einen Ort, zu dem ein Bio-Landwirt sein Getreide zum Verkauf, zur Aufbereitung oder zur Lagerung ohne viele Umstände bringen kann, gab es bisher nicht“, sagt der Demeter-Landwirt. Viele Bio-Landwirte bauten beispielsweise Gemenge an – eine Anbauform bei der zum Beispiel Gerste- und Erbsen-Saatgut bei der Aussaat gemischt wird, um Erträge zu steigern und Symbiosen zu nutzen – was den Weiterverkauf erschweren kann. „Mit der Anlage kann nun Gemenge vor Ort gereinigt, getrennt und zum Weiterverkauf vorbereitet werden“, sagt Schäfer. Egal ob in der Region vermehrtes Saatgut oder Rohware aus der Gegend, „der Bedarf ist da und wächst zusehends.“ Deshalb sei auch die Ökosaat Hessen GmbH, die er mit fünf weiteren Betrieben und Partnern aus ganz Hessen gegründet habe, seit 1. Juli in Renzendorf zu Hause. Ihr Ziel sei es, gemeinsam Saatgut zu züchten, zu vermehren, aufzubereiten und zu verkaufen. Denkbar seien dort auch Kooperationen mit Landwirten aus der Region. „Denn Saatgutgewinnung und -veredelung kann eine Einkommensalternative sein“, sagt Schäfer. „Die neu geschaffene Möglichkeit für die Weiterverarbeitung von Bio-Feldfrüchten kann für viele regionale Betriebe eine Ergänzung der Betriebsstruktur sein und ermöglicht den Marktzugang für Landwirte in der Region“, kommentiert der zuständige Dezernent abschließend.

Kartoffelanbau im Vogelsberg ist eine Herausforderung, insbesondere im ökologischen Anbau. Die Ökolandbau Modellregion fördert den Anbau der Vogelsberger Knollen, denn obwohl im Vogelsberg bereits auf knapp einem Viertel der landwirtschaftlichen Fläche Ökolandbau betrieben wird, ist der Anbau von Kartoffeln in den letzten Jahren zurückgegangen.
Dennoch gehören Kartoffeln zum Vogelsberg wie der Basalt, finden sie sich doch in allen traditionellen Gerichten wie „Beutelches“ oder „Kartoffelwurst“ wieder. Daher wird die Vernetzung der Bio-Landwirte und Gastronomen im Rahmen von DER VULKAN KOCHT gefördert. So werden die regionalen, hochwertigen Bio-Kartoffeln zu schmackhaften Gerichten veredelt.

zum Prospekt

Bio-Landwirte, Ökomodellregionen und weitere Partner gründen Kooperation

Der erste Meilenstein ist erreicht: Mitte August hat die neu gegründete Kooperation BioHeumilch Rhön-Vogelsberg ihren Förderantrag beim Regierungspräsidium Gießen eingereicht. In den nächsten 2 Jahren sollen Verarbeitungswege aufgebaut und Absatzmärkte erschlossen werden. Zu diesen Zielen haben sich sieben Bio-Höfe, drei Ökomodellregionen und sieben weitere Partner aus der Region zusammengeschlossen.

Ziel der Kooperation ist die Produktion und Vermarktung von Bio-Heumilch aus den Regionen Rhön und Vogelsberg. Dafür erhalten die Kühe zukünftig neben dem sommerlichen Weidegang hauptsächlich Heu als Futter, auf Silagefütterung wird vollständig verzichtet. Heumilch zeichnet sich durch ein charakteristisches Fettsäuremuster (Omega-3) aus und ist damit ein entsprechend hochwertiges Nahrungsmittel. Sie kann zu vorzüglichen Heumilchprodukten weiterverarbeitet werden. Die Heumilchproduktion leistet einen großen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft, da die Wiesen nach und nach gemäht werden. Für Insekten, Wiesenvögel und Niederwild werden somit Rückzugsgebiete geschaffen.

Die Initiative BioHeumilch Rhön-Vogelsberg vereint mit ihrer Zusammenarbeit die Ansprüche der Verbraucher an qualitativ hochwertige und artgerecht erzeugte Lebensmittel mit den Ansprüchen an Umwelt- und Naturschutz bei größtmöglicher regionaler Wertschöpfung zu fairen Erzeugerpreisen. Die regionale Veredelung bietet den Betrieben in den Mittelgebirgen eine aussichtsreiche Perspektive.

Durch die Kooperation wird die Zusammenarbeit der Bio-Höfe, Ökomodellregionen und der Partner gestärkt. Eine Durchführbarkeitsstudie wird zunächst Aufschluss über verschiedene Möglichkeiten der Verarbeitung und Vermarktung von Heumilchprodukten geben. Die Ergebnisse dienen der Gruppe als Entscheidungsgrundlage sowie zur Entwicklung und Etablierung einer Marke. Ansprechpartner der Kooperation ist Philipp Hedtrich aus Schlitz, Oswald Henkel aus Mahlerts ist dessen Vertreter. Die drei beteiligten Ökomodellregionen Landkreis Fulda, Rhön-Grabfeld und Vogelsberg unterstützen die Kooperation tatkräftig. Weitere Partner sind der Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld, Verein Natur- und Lebensraum Rhön, Hochschule Fulda, Rhön GmbH, Vereinigung ökologischer Landbau Hessen, Die Landforscher und der Landkreis Fulda. Finanziell wird die Kooperation vom Landkreis Fulda unterstützt.

Die BioHeumilch Rhön-Vogelsberg wird ein ganz besonderes Produkt – mit besonderen Qualitäten: angefangen vom hohen Futter- und Gesundheitswert für die Milchkühe, über besondere Leistungen für die Biodiversität bis hin zum gesunden Endprodukt- mit einer hochwertigen Fettsäurenzusammensetzung und einem einzigartigen Geschmack.

zum Newsletter (PDF)

Auch wir waren bei der diesjährigen Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel in Nürnberg mit dabei. Knapp 3800 Aussteller aus 110 Ländern haben sich und ihre Produkte präsentiert. Wir haben die Gelegenheit genutzt uns zu vernetzen, Neuheiten, Trends und Innovationen aus aller Welt zu entdecken und natürlich auch zu probieren!

Während der offiziellen Eröffnungsveranstaltung der Messe begrüßte unter anderem Julia Klöckner die Anwesenden. Unser persönliches Highlight war die emotionale Rede von Dr. Jane Goodall. Wir alle können durch den bewussten Einkauf unserer Lebensmittel zu deren Wertschätzung beitragen. Und das jeden Tag!

Auch der Kongress STADTLANDBIO, der zum vierten Mal parallel zur BIOFACH stattfand bot uns u.a. die Möglichkeit für den Austausch mit zahlreichen anderen Ökomodellregionen und Biostädten aus Deutschland.

Mit vielen neuen Ideen fuhren wir zurück nach Hessen und hoffen die gewonnenen Erkenntnisse in unseren Regionen nutzen zu können.

Wir wünschen Ihnen ein gutes und erfolgreiches Jahr 2020. Unser aktueller Newsletter beinhaltet einen ersten Rückblick auf bisher Erreichtes sowie einen Ausblick auf das Jahr 2020

zum Newsletter (PDF)

Im Juni war die „Ökomodellregion Vogelsberg“ mit dem Ziel gestartet, die Vogelsberger Erzeuger, Verarbeiter und Vermarkter zusammenzubringen und so einen Mehrwert für die Region zu erzeugen. Bei der Fleischproduktion und Schlachtung sollen bestehende Strukturen erhalten und weitere aufgebaut werden, speziell im Bio-Bereich. Deshalb waren Mitglieder des Arbeitskreises und Projektleiter Mario Hanisch zu Gast bei Sven Euen im Erzeugerschlachthof Kurhessen in Fulda. Für die Biofleisch-Erzeuger wäre dies ein möglicher Vertriebsweg neben schon bestehender Direktvermarktung oder dem Beliefern lokaler Metzger.

Für den Schlachthofleiter, der zugleich auch Vorstandsvorsitzender der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Kurhessen ist, durchaus vorstellbar: „Als Erzeugerschlachthof sind wir erst seit dem Frühjahr am Start, wir müssen den Betrieb jetzt wieder aufbauen - freie Kapazitäten haben wir auf jeden Fall.“ Bisher gehören zwölf Schweinefleischproduzenten und mehr als 70 Erzeuger von sogenanntem Biosphärenrind zur Erzeugergemeinschaft. 80 bis 100 Stück Großvieh und etwa 1.000 Schweine werden pro Woche geschlachtet und gehen dann weiter an Verarbeitungsbetriebe nach Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern oder nach Schwäbisch Hall. Von dort aus läuft auch die Vermarktung über einen Dienstleister der Vieh- und Fleischvermarktung. Noch: „Langfristig wollen wir unser Fleisch wieder selbst vermarkten“, so der Plan, „dann mit eigenem Personal und direkt hier am Hof.“

Bis zur Zerschlagung des einstigen tegut-Schlachthofs 2013 war Euen 22 Jahre lang fürs Qualitätsmanagement bei tegut beschäftigt und zuständig für den Schlachthof und die nachgelagerten Bearbeitungsbetriebe. Er weiß wovon er spricht, wenn er aus der Geschichte der Erzeugergemeinschaft erzählt, die sich 1998 gegründet hat und deren Biosphärenrind in den tegut-Märkten verkauft wurde. „Das Biosphärenrind wurde auch als solches ausgelobt, alle Filialen wollten es haben, es machte 25 Prozent des gesamten Rindfleisches aus“, so Euen.

Mit der Ausrichtung auf Regionalität und qualitativ hochwertige Ware ist der Schlachthof ein möglicher Partner für einen geplanten Zusammenschluss von Vogelsberger Bio-Rinderhaltern dar.  In diesem Erzeugerzusammenschluss könnte der Rahmen gesetzt werden, wie viel Schlachtvieh innerhalb eines Jahres geliefert werden kann. Durch diese Verbindlichkeit und Kontinuität könne man zu einer angemessenen Preisgestaltung kommen.

Interessierte Erzeuger können sich beim Projektleiter der Ökomodellregion Vogelsberg, Mario Hanisch, melden unter Telefon 06641 977-3507 oder E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. 

Bei schönstem Spätsommerwetter fand am Wochenende die erste Fahrradtour der Ökomodellregion Vogelsberg und des ADFC statt. Entlang schöner Radwege und ruhiger Seitenstraßen blieb genügend Zeit, um die interessierten Fragen der Radler zu beantworten. Zu guter Letzt konnten die leckeren regionalen Bio-Produkte noch verköstigt werden - und spätestens da stand fest: Diese Reihe sollte unbedingt fortgeführt werden.

Die 15 Radlerinnen und Radler wurden auf ihrer Tour zu zwei Bio-Höfen im Umland von Schlitz geführt. Dabei gab es in Üllershausen auf dem Hof der Familie Lorenzen neben mobilen Hühnerställen, Gänsemast auf der Weide und Ziegenhaltung auch Einblicke in die Vermarktung der Produkte, die auf unterschiedlichen Wegen direkt zu den Verbrauchern gelangen.

In Sassen konnte im Landwirtschaftsbetrieb der Lebensgemeinschaft ein Milchviehbetrieb direkt bei der Arbeit im Melkstand besichtigt werden. Außerdem wurden hier die besonderen Ansprüche einer Betriebsführung mit Menschen mit Beeinträchtigung erläutert. Viele interessierte Nachfragen zeugten davon, wie groß das Interesse der Verbraucher zum Thema ökologische Landwirtschaft und ökologische Lebensmittel ist.

Die Ökolandbau Modellregion Vogelsberg ist offiziell gestartet: Am 27. Juni fand die Auftaktveranstaltung auf dem Sonnenhof der Familie Hampel in Schotten mit zahlreichen Gästen statt. Neben der eigentlichen Projektvorstellung konnten die Besucher bei einer Hofführung zudem die Möglichkeiten von stressfreier Schlachtung im landwirtschaftlichen Betrieb mit Direktvermarktung kennenlernen.

Die Ökomodellregion ist mit dem Ziel gestartet, die Vogelsberger Erzeuger, Verarbeiter und Vermarkter zusammenzubringen und so einen Mehrwert für die Region zu erzeugen.

In den Bereichen Fleischproduktion und Schlachtung sollen die bestehenden Verarbeitungsstrukturen erhalten und weitere speziell im Bio-Bereich aufgebaut werden. Dadurch können die ökologische Grünlandbewirtschaftung unterstützt und regionale Produkte an den Kunden gebracht werden. Bei der Vermarktung von Getreide sollen Möglichkeiten zur Erfassung auch von kleineren Partien etabliert werden sowie die Vielfalt im Ackerbau durch Kooperationen mit Bäckereien und Gastronomie wieder erhöht werden. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit sollen die Verbraucher für regionale Bio-Lebensmittel sensibilisiert werden. Und schließlich soll in Kooperation mit dem Projekt „Regionalität mit Mehrwert“ die Etablierung einer regionalen Vogelsberger Dachmarke vorangetrieben werden.

Für diese umfangreichen Vorhaben bedarf es des Engagements vieler Beteiligter, um tragfähige Strukturen für die Betriebe zu etablieren und den Vogelsberg als attraktiven Wohn- und Arbeitsort zu stärken.