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Die Ökomodell-Region Rhein-Main befasst sich seither mit der Frage, wie Landwirtinnen und Landwirte in ihrer praktischen Arbeit unterstützt werden können. Speziell im Bereich Ackerbau ist seit Jahren ein Umdenken zu beobachten. Wie können Arbeitsschritte vereinfacht und effektiver gestaltet werden und bringen zugleich einen Mehrwert in den Bereichen Nachhaltigkeit, Bodenfruchtbarkeit, Wasser- und Nährstoffmanagement, sowie der Unkrautbekämpfung? 

Um mit unseren ökologischen und konventionell wirtschaftenden Landwirtinnen und Landwirten einen engen Austausch und andauernden Dialog zu schaffen, lud die Ökomodell-Region Rhein-Main verschiedene, innovative Hersteller aus der Landtechnikbranche Anfang September nach Frankfurt ein. Auf dem Betrieb Mehl konnten einfallsreiche Maschinen des Ackerbaus von unseren Landwirtinnen und Landwirten in der Praxis getestet werden. Zu unserer Freude kamen auch Landwirtinnen und Landwirte aus entfernten Landkreisen, die über ihre regionalen Verbände über die Veranstaltung informiert wurden.

Mit rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Veranstaltung trotz des guten Wetters und der damit einhergehenden, witterungsbedingten Arbeitslast der Landwirte und Landwirtinnen, gut besucht. Nach einem Grußwort von Dr. Bretschneider-Herrmann (Fachbereichsleiter Amt für den ländlichen Raum) und einer kurzen Vorstellungsrunde von Projektmanager Matthias Bathon, konnten die einzelnen Hersteller der Firmen HEKO, Profiagrartechnik und Dutzi die Maschinen detailliert vorstellen und auf deren Entwicklungsgeschichte eingehen.

Anschließend folgte für jede Maschine die Arbeitsprobe auf dem Acker aus denen sicher weitere Diskussionen und intensive Gespräche ergaben.

Die Planungen für den nächsten Feldtag wurden direkt aufgenommen.

Nachfolgend zu unserer digitalen Auftaktveranstaltung im Mai, trafen sich am 24.06.2021 interessierte Landwirtinnen und Landwirte, Betriebsinhaber von Metzgereien und Schlachtbetrieben, amtliche Vertreterinnen und Vertreter aus dem Rhein-Main-Gebiet sowie aus angrenzenden Landkreisen in Bad Homburg zum Ersten abendlichen Arbeitstreffen im großen Forum des Hochtaunuskreises. 

Die mit 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern voll belegte Veranstaltung wurde von Dr. Bretschneider-Herrmann (Fachbereichsleiter, Amt für den ländlichen Raum beim Hochtaunuskreis) moderiert und fachlich von Herrn Stefan Weber, Berater für Ökonomie und Verfahrenstechnik beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), begleitet. Im Fokus der Veranstaltung lag die praktische Umsetzung und wirtschaftliche Betrachtung verschiedener Systeme der Teil- und vollmobilen Schlachtung für Rinder und Schweine hinsichtlich einer Etablierung im Rhein-Main Gebiet.

Unterschieden wurde hierbei zwischen einer technisch bevorzugt stationären Variante (Schlachtcontainer, der nach Bedarf periodisch umgesetzt werden kann) und teilmobilen Variante mit fahrbaren Boxen für die Tötung, Entblutung und den Transport zur nächstgelegen Schlachtstätte.

Dank einer intensiven Mitarbeit der Landwirtinnen und Landwirte konnten nach 3 Stunden wertvollen Erfahrungen gewonnen, verarbeitet und in die zukünftige Planung mit aufgenommen werden.

Die nächsten Schritte sind der Erwerb eines Nachweises zur Tiertötung, welcher den landwirtschaftlichen Betrieben und Metzegreien mehr Unabhängigkeit von industriellen Schlachtbetrieben bringen soll, sowie Exkursionen zu Betrieben, welche Bereits die teilmobile Schlachtung betreiben.

Trotz der Veränderungen in den Strukturen der landwirtschaftlichen Tierhaltung ist im hiesigen Dienstbezirk eine vielfältige Nutztierhaltung zur Fleischproduktion aufzufinden. Von Seiten der tierhaltenden Betriebe wie auch den Verbraucherinnen und Verbrauchern besteht der Wunsch nach hofnahen Schlachtverfahren. Insbesondere um längere Transportwege von Lebendvieh und stressbehaftete Schlachtverfahren zu vermeiden. Dies betrifft die Rindfleischerzeugung sowie die Schaf- und Schweinefleischerzeugung gleichermaßen.

Erste Schritte in seiner Funktion als Vernetzungsstelle hat das Amt für den Ländlichen Raum bereits angestoßen. Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung im Frühjahr 2019 wurde einem größeren Interessentenkreis die praktischen und rechtlichen Rahmenbedingungen von Weide-, und Hofschlachtungen vorgestellt. Hierbei stand insbesondere das EIP-Verfahren „Mobile/ Teilmobile Hofschlachtung“ im Mittelpunkt.

Im zweiten Schritt wurde eine Strukturerhebung durchgeführt. Gemeinsam mit den Ämtern für den ländlichen Raum aus dem Odenwaldkreis, Kreis Bergstraße, Main-Kinzig-Kreis und Landkreis Limburg-Weilburg hat das Amt für den ländlichen Raum Fragebögen entworfen, die an alle tierhaltenden Betriebe und Schlachtbetriebe in den zuständigen Dienstbezirken verschickt worden sind.

Die Fragebögen wurden in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität in Gießen ausgewertet und als Grundlage für die Kick-Off Veranstaltung „Zukunft des regionalen Schlacht-Vieh-Sektors“ genutzt.
Die Veranstaltung fand am 20. Mai 2021 aufgrund der Corona-Pandemie in einem digitalen Rahmen statt.

Über 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte die Ökomodellregion Rhein-Main bei der Abendveranstaltung begrüßen. Nach der Begrüßung des Fachbereichsleiters des Amtes für den ländlichen Raum beim Hochtaunuskreis, Dr. Nikolaus Bretschneider-Herrmann, wurden kurz die Ergebnisse der Befragung vorgestellt.

Als erste Referentin des Abends durfte Frau Dr. Veronika Ibrahim aus dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz begrüßt werden, die einen Einblick in die neuen EU-Regelungen und AFFL-Beschlüsse in Zusammenhang mit der mobilen Schlachtung skizzierte.

Daran anschließend stellten Frau Dr. Andrea Fink-Keßler (Verband der Landwirte mit handwerklicher Fleischverarbeitung e.V.) und Lea Trampenau (ISS – Innovative Schlachtsysteme) Schlachtsysteme und deren Technik sowie Auswirkungen auf die Fleischqualität aus der Praxis vor.

Im Anschluss konnte Herr Sebastian Pick einen kurzen Einblick in eine vollmobile Schlachteinheit geben.

Im laufenden Jahr 2021 widmet sich die Ökomodell-Region Rhein-Main weiterhin primär dem regionale Schlacht-Vieh-Sektor. Im Nachgang zur Kick-Off Veranstaltung werden Arbeitskreise in den Bereichen Rind, Schwein und Geflügel eingerichtet, um gemeinsam mit interessierten Akteuren des Schlachtviehsektors regionale Lösungen für hofnahe oder teilmobile Schlachtungen zu finden und diese als Projekte umzusetzen.

Die ersten Termine für die Arbeitskreise finden am 17.06.2021 (Rind), 24.06.2021 (Schwein) und 01.07.2021 (Geflügel) statt. Interessierte können sich gerne unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden.

„Durch die Entwicklung der letzten Jahrzehnte im regionalen Schlacht-Vieh Sektor ist es dringend notwendig, innovative Schlachtsysteme zu etablieren, um die Wertschöpfungsketten zurück in die Region zu bringen, um damit die Wege im Schlachtverfahren zu verkürzen. Dieses Ziel haben wir mit der Einrichtung der Arbeitskreise und der Ökomodellregion Rhein-Main“, so beendete Dr. Bretschneider-Herrmann die gelungene Kick-Off Veranstaltung.

Am 01.01.2021 ist die Ökoland-Modellregion Rhein-Main zur „Ökolandbau-Modellregion Hessen“ ernannt worden. Diese umfasst den Hochtaunuskreis, den Main-Taunus-Kreis, den Kreis Offenbach sowie die Städte Frankfurt am Main und Offenbach am Main. 

Hessen ist mit allen seinen Landkreisen nun Ökomodell-Region für Deutschland.

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