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Digitale Veranstaltung der Ökomodell-Region Rhein-Main am 21.02.2022

Der Bedarf an erneuerbarer Energien ist aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Neben der Nutzung der Windkraft und Photovoltaik-Parks, deren Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr zur Verfügung stehen, stellen sogenannte Agrar-Photovoltaikanlagen eine Möglichkeit der Doppelnutzung dar, die die Flächenkonkurrenz entschärfen kann. Gleichzeitig verändert auch die Agrar-Photovoltaik ebenfalls die Art der Flächennutzung und die ökonomischen Rahmenbedingungen sind noch undurchsichtig. Um hier Klarheit zu schaffen, lud die Ökomodell-Region (ÖMR) Rhein-Main gemeinsam mit der beim Hochtaunuskreis neu geschaffenen Stabsstelle für Klimaschutz, nachhaltige Kreisentwicklung und Umweltbildung am Montag, den 21. Februar 2022 zu einer digitalen Veranstaltung zum Thema Agrar-Photovoltaik ein. Über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter viele landwirtschaftliche Betriebe, folgten der Einladung.

Seitens der geladenen Expertinnen und Experten wurde insbesondere der rechtliche Rahmen und damit einhergehende planungsrechtliche Fragestellungen bis hin zur Verwirklichung einer Agrar-Photovoltaikanlage erörtert. Großer Diskussionspunkt war auch die Beibehaltung des Ackerstatus, was aus Sicht der Flächenförderung für landwirtschaftliche Betriebe von großer Bedeutung ist. Schließlich sind Fragen zum Anschluss der Anlage an das Stromnetz des regionalen Anbieters und der damit verbundenen Abnahme des erzeugten Stroms zu klären. Schlussendlich stand die finanzielle Förderung in Bezug auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und damit verbundene etwaige Zuschüsse des Netzbetreibers im Fokus. 

Die aktuell diskutierten Entgelte pro Hektar für die Nutzung der Flächen für Agrar-Photovoltaik liegen aktuell weit über aktuellen Pachtpreisen in der Landwirtschaft. Bei mehr als 60 % Pachtflächenanteil in Hessen führt das zu einer ungewollten Konkurrenz um die Flächennutzung – im schlimmsten Fall zum Verlust von Pachtflächen für Betriebe.

Andererseits ergibt sich durch Agrar-Photovoltaikanlagen die Möglichkeit, Photovoltaik-Flächen im Außenbereich zu errichten und gleichzeitig Ackerboden oder Grünlandflächen für die Nahrungsmittelproduktion zu erhalten - und damit auch für die weitere Bewirtschaftung durch den Landwirt. Dabei gibt es je nach ausgewählter Technik Vorteile für Ackerbaustandorte oder für Sonderkultur-Betriebe. Doch nicht nur die reine Doppelnutzung bringt Vorteile mit sich: Eine effiziente Integration der Photovoltaiktechnologie kann Pflanzenbestände und Boden vor negativen Umwelteinflüssen schützen und darüber hinaus einen Beitrag zu Klimaschutz und Klimaanpassung liefern. 

Innovative Systeme zur nachhaltigen Energiegewinnung in Kombination mit geringstem Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion als auch für nachwachsende Rohstoffe, werden wohl langfristig nicht mehr aus der Flächenkulisse wegzudenken sein. Somit verändert sich sowohl die Nutzung, als auch das Landschaftsbild. Umso wichtiger ist es, dass alle beteiligten Akteure über die Rahmenbedingungen bis hin zur Umsetzung einer Agrar-Photovoltaikanlage und etwaiger Folgen fundiert informiert werden.

Schlussendlich wurde jedoch auch klar, dass es in Deutschland noch keinerlei Erfahrung aus der Praxis gibt: Wie entwickeln sich Pflanzenbestände zwischen den Anlagen? Wie funktioniert der Einsatz der bisher üblichen landwirtschaftlichen Technik und können Schäden durch die Bewirtschaftung der Zwischenreihen entstehen? Viele Fragen sind hier noch zu klären, dennoch zeigte die hohe Beteiligung und dir Rückmeldungen aus dem Publikum, dass die Veranstaltung ihr Ziel erreichte. Denn ohne Wissen können neue Entwicklungen nicht eingeschätzt werden.

Für weitere Informationen und Rückfragen steht das Amt für den ländlichen Raum beim Hochtaunuskreis sowie die Stabstelle Klimaschutz, nachhaltige Kreisentwicklung und Umweltbildung beim Hochtaunuskreis zur Verfügung. 

Die Ökomodell-Region Rhein-Main befasst sich seit ihrer Gründung am 01.01.2021 mit der Stärkung und dem Wiederaufbau der regionalen Wertschöpfungsketten von tierischen und pflanzlichen Produkten. Ziel ist die Versorgung unserer Bürger*innen mit regionalen Lebensmitteln – vom hessischen Hof auf den hessischen Teller. Ein besonderer Fokus liegt aktuell auf dem regionalen Schlacht-Vieh-Sektor. Seit Jahren vollzieht sich hier ein rasanter Strukturwandel von vielen kleinen, traditionellen und lokal bekannten Schlachtstätten hin zu Großschlachtereien fernab vom Ort der eigentlichen Tierhaltung. Regionale Schlachtstätten und Metzgereien schließen ihre Betriebe aus vielerlei Gründen – fehlendes Personal, steigende rechtliche Anforderungen bis hin zu sinkender Rentabilität sind hier beispielhaft. Folglich müssen im Rhein-Main-Gebiet ansässige Landwirt*innen für den Transport und die Verarbeitung ihrer Tiere weite Strecken, teilweise bis 100 km, in Kauf nehmen. Lange Tiertransporte widersprechen jedoch dem Interesse an höherem Tierwohl und reduzierten CO2-Emissionen durch kürzere Transportwege. Zusätzlich steigt die Arbeitsbelastung bei den ansässigen Direktvermarktern, Landwirt*innen und fleischverarbeitenden Betrieben, die oft nicht wissen, wie und wo sie ihre Tiere schlachten lassen sollen.

Ein Lösungsansatz könnte hierbei die mobile/teilmobile Schlachtung sein. Die mobile Schlachtung wurde durch neue EU-Verordnungen in 2021 genauer geregelt und bietet Rechts- und Planungssicherheit für Landwirt*innen und Metzgereien, die diese durchführen wollen. Sie ermöglicht eine tier- und ressourcenschonende Schlachtung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb in Kombination mit einer späteren Weiterverarbeitung bei einem nahegelegenen Partner.

Anlass genug für die Ökomodell-Region Rhein-Main hier aktiv zu werden. Mit der Gründung des Arbeitskreises „Mobile Schlachtung" wurde gemeinsam mit Landwirt*innen und verarbeitenden Betriebe notwendige Informationen gesammelt und daraus erste Aktivitäten für eine Verbesserung der aktuellen Situation angegangen. 

Eine Maßnahme des Arbeitskreises war die Organisation eines Kurses zur Erlangung des „Sachkundenachweis zur Tiertötung mit speziellen Fokus auf die mobile Schlachtung“. Der Kurs befähigt die teilnehmenden Landwirte und Metzger, ihre Tiere hofnah und damit regional zu schlachten. Hierzu fand am 30. November die theoretische Ausbildung mit anschließender Prüfung statt, welche von allen Teilnehmern aus insgesamt vier Ökomodell-Regionen absolviert wurde. Die praktische Prüfung wurde heute, am 19. Januar 2022 im Schlachthof Brensbach von den Teilnehmern erfolgreich absolviert und schließt den Kurs, welcher durch Mittel des Hessischen Öko-Aktionsplanes 2020-2025 vollständig gefördert wird, ab. 

Eine fundierte und geprüfte Ausbildung ist Basis für höchste Tierwohlanforderungen beim Umgang mit unseren Nutztieren sowie für beste Qualität unserer Lebensmittel. Dieser Kurs ist ein erster und wichtiger Schritt für weitere Aktivitäten der Ökomodell-Region Rhein-Main die regionalen Wertschöpfungsketten unserer Lebensmittelproduktion zu stärken und weiter zu entwickeln.

Weitere Informationen zur Ökomodell-Region Rhein-Main und ihrer Ansprechpartner finden Sie unter
https://www.oekomodellregionen-hessen.de/region/rhein-main

Die Ökomodell-Region Rhein-Main befasst sich seither mit der Frage, wie Landwirtinnen und Landwirte in ihrer praktischen Arbeit unterstützt werden können. Speziell im Bereich Ackerbau ist seit Jahren ein Umdenken zu beobachten. Wie können Arbeitsschritte vereinfacht und effektiver gestaltet werden und bringen zugleich einen Mehrwert in den Bereichen Nachhaltigkeit, Bodenfruchtbarkeit, Wasser- und Nährstoffmanagement, sowie der Unkrautbekämpfung? 

Um mit unseren ökologischen und konventionell wirtschaftenden Landwirtinnen und Landwirten einen engen Austausch und andauernden Dialog zu schaffen, lud die Ökomodell-Region Rhein-Main verschiedene, innovative Hersteller aus der Landtechnikbranche Anfang September nach Frankfurt ein. Auf dem Betrieb Mehl konnten einfallsreiche Maschinen des Ackerbaus von unseren Landwirtinnen und Landwirten in der Praxis getestet werden. Zu unserer Freude kamen auch Landwirtinnen und Landwirte aus entfernten Landkreisen, die über ihre regionalen Verbände über die Veranstaltung informiert wurden.

Mit rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Veranstaltung trotz des guten Wetters und der damit einhergehenden, witterungsbedingten Arbeitslast der Landwirte und Landwirtinnen, gut besucht. Nach einem Grußwort von Dr. Bretschneider-Herrmann (Fachbereichsleiter Amt für den ländlichen Raum) und einer kurzen Vorstellungsrunde von Projektmanager Matthias Bathon, konnten die einzelnen Hersteller der Firmen HEKO, Profiagrartechnik und Dutzi die Maschinen detailliert vorstellen und auf deren Entwicklungsgeschichte eingehen.

Anschließend folgte für jede Maschine die Arbeitsprobe auf dem Acker aus denen sicher weitere Diskussionen und intensive Gespräche ergaben.

Die Planungen für den nächsten Feldtag wurden direkt aufgenommen.

Nachfolgend zu unserer digitalen Auftaktveranstaltung im Mai, trafen sich am 24.06.2021 interessierte Landwirtinnen und Landwirte, Betriebsinhaber von Metzgereien und Schlachtbetrieben, amtliche Vertreterinnen und Vertreter aus dem Rhein-Main-Gebiet sowie aus angrenzenden Landkreisen in Bad Homburg zum Ersten abendlichen Arbeitstreffen im großen Forum des Hochtaunuskreises. 

Die mit 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern voll belegte Veranstaltung wurde von Dr. Bretschneider-Herrmann (Fachbereichsleiter, Amt für den ländlichen Raum beim Hochtaunuskreis) moderiert und fachlich von Herrn Stefan Weber, Berater für Ökonomie und Verfahrenstechnik beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), begleitet. Im Fokus der Veranstaltung lag die praktische Umsetzung und wirtschaftliche Betrachtung verschiedener Systeme der Teil- und vollmobilen Schlachtung für Rinder und Schweine hinsichtlich einer Etablierung im Rhein-Main Gebiet.

Unterschieden wurde hierbei zwischen einer technisch bevorzugt stationären Variante (Schlachtcontainer, der nach Bedarf periodisch umgesetzt werden kann) und teilmobilen Variante mit fahrbaren Boxen für die Tötung, Entblutung und den Transport zur nächstgelegen Schlachtstätte.

Dank einer intensiven Mitarbeit der Landwirtinnen und Landwirte konnten nach 3 Stunden wertvollen Erfahrungen gewonnen, verarbeitet und in die zukünftige Planung mit aufgenommen werden.

Die nächsten Schritte sind der Erwerb eines Nachweises zur Tiertötung, welcher den landwirtschaftlichen Betrieben und Metzegreien mehr Unabhängigkeit von industriellen Schlachtbetrieben bringen soll, sowie Exkursionen zu Betrieben, welche Bereits die teilmobile Schlachtung betreiben.

Trotz der Veränderungen in den Strukturen der landwirtschaftlichen Tierhaltung ist im hiesigen Dienstbezirk eine vielfältige Nutztierhaltung zur Fleischproduktion aufzufinden. Von Seiten der tierhaltenden Betriebe wie auch den Verbraucherinnen und Verbrauchern besteht der Wunsch nach hofnahen Schlachtverfahren. Insbesondere um längere Transportwege von Lebendvieh und stressbehaftete Schlachtverfahren zu vermeiden. Dies betrifft die Rindfleischerzeugung sowie die Schaf- und Schweinefleischerzeugung gleichermaßen.

Erste Schritte in seiner Funktion als Vernetzungsstelle hat das Amt für den Ländlichen Raum bereits angestoßen. Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung im Frühjahr 2019 wurde einem größeren Interessentenkreis die praktischen und rechtlichen Rahmenbedingungen von Weide-, und Hofschlachtungen vorgestellt. Hierbei stand insbesondere das EIP-Verfahren „Mobile/ Teilmobile Hofschlachtung“ im Mittelpunkt.

Im zweiten Schritt wurde eine Strukturerhebung durchgeführt. Gemeinsam mit den Ämtern für den ländlichen Raum aus dem Odenwaldkreis, Kreis Bergstraße, Main-Kinzig-Kreis und Landkreis Limburg-Weilburg hat das Amt für den ländlichen Raum Fragebögen entworfen, die an alle tierhaltenden Betriebe und Schlachtbetriebe in den zuständigen Dienstbezirken verschickt worden sind.

Die Fragebögen wurden in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität in Gießen ausgewertet und als Grundlage für die Kick-Off Veranstaltung „Zukunft des regionalen Schlacht-Vieh-Sektors“ genutzt.
Die Veranstaltung fand am 20. Mai 2021 aufgrund der Corona-Pandemie in einem digitalen Rahmen statt.

Über 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte die Ökomodellregion Rhein-Main bei der Abendveranstaltung begrüßen. Nach der Begrüßung des Fachbereichsleiters des Amtes für den ländlichen Raum beim Hochtaunuskreis, Dr. Nikolaus Bretschneider-Herrmann, wurden kurz die Ergebnisse der Befragung vorgestellt.

Als erste Referentin des Abends durfte Frau Dr. Veronika Ibrahim aus dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz begrüßt werden, die einen Einblick in die neuen EU-Regelungen und AFFL-Beschlüsse in Zusammenhang mit der mobilen Schlachtung skizzierte.

Daran anschließend stellten Frau Dr. Andrea Fink-Keßler (Verband der Landwirte mit handwerklicher Fleischverarbeitung e.V.) und Lea Trampenau (ISS – Innovative Schlachtsysteme) Schlachtsysteme und deren Technik sowie Auswirkungen auf die Fleischqualität aus der Praxis vor.

Im Anschluss konnte Herr Sebastian Pick einen kurzen Einblick in eine vollmobile Schlachteinheit geben.

Im laufenden Jahr 2021 widmet sich die Ökomodell-Region Rhein-Main weiterhin primär dem regionale Schlacht-Vieh-Sektor. Im Nachgang zur Kick-Off Veranstaltung werden Arbeitskreise in den Bereichen Rind, Schwein und Geflügel eingerichtet, um gemeinsam mit interessierten Akteuren des Schlachtviehsektors regionale Lösungen für hofnahe oder teilmobile Schlachtungen zu finden und diese als Projekte umzusetzen.

Die ersten Termine für die Arbeitskreise finden am 17.06.2021 (Rind), 24.06.2021 (Schwein) und 01.07.2021 (Geflügel) statt. Interessierte können sich gerne unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden.

„Durch die Entwicklung der letzten Jahrzehnte im regionalen Schlacht-Vieh Sektor ist es dringend notwendig, innovative Schlachtsysteme zu etablieren, um die Wertschöpfungsketten zurück in die Region zu bringen, um damit die Wege im Schlachtverfahren zu verkürzen. Dieses Ziel haben wir mit der Einrichtung der Arbeitskreise und der Ökomodellregion Rhein-Main“, so beendete Dr. Bretschneider-Herrmann die gelungene Kick-Off Veranstaltung.

Am 01.01.2021 ist die Ökoland-Modellregion Rhein-Main zur „Ökolandbau-Modellregion Hessen“ ernannt worden. Diese umfasst den Hochtaunuskreis, den Main-Taunus-Kreis, den Kreis Offenbach sowie die Städte Frankfurt am Main und Offenbach am Main. 

Hessen ist mit allen seinen Landkreisen nun Ökomodell-Region für Deutschland.

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