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Frankenau – Etwa einhundert Teilnehmer aus Landwirtschaft, Tourismus, Handel, Lebensmittelhandwerk, Gastronomie, Verwaltung und Naturschutz folgten am 05. März 2020 der Einladung der Ökomodellregion Waldeck-Frankenberg zum offenen Austausch in die Kellerwaldhalle Frankenau. Das erste Vernetzungstreffen der Ökomodellregion sollte in lockerer Atmosphäre alle Akteure entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette zusammenbringen. Bei Häppchen der Kostbar aus Korbach, Getränken des tegut…-Lädchens aus Löhlbach und an verschiedenen Informationsständen sei das auch bestens gelungen, so Projektkoordinatorin Jessica Albers.

Die Botschaft dieses Abends spiegelte sich in der Anwesenheit unterschiedlichster Akteure wieder – ein möglichst breit gefächerter Austausch, der zu Vernetzung und Kooperationen im Landkreis Waldeck-Frankenberg führen sollte. Dazu gab es auf der Veranstaltung der Ökomodellregion Waldeck-Frankenberg eine Besonderheit, denn Stühle fehlten an diesem Abend gänzlich. „Mir war es wichtig, allen die Chance zu geben, auch mit bis dato Unbekannten ins Gespräch zu kommen.“, sagte Jessica Albers, die Projektleiterin der Ökomodellregion.

Infostände des Bio-Anbauverbands Naturland mbH, des Bio-Restaurants Weissenstein Kassel, der Raiffeisen Waren GmbH mit ihrem neuen Bio-Standort in Wabern, des Naturparks Kellerwald, der Marketinggesellschaft Gutes aus Hessen, des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA), des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen und von Regionales Waldeck-Frankenberg säumten die Kellerwaldhalle und erleichterten den Gesprächseinstieg. Viele nutzten die Gelegenheit und nahmen reichlich Informationsmaterial mit. Auch Suche/ Biete-Listen lagen an diesem Abend aus und wurden gut genutzt. Die richtigen „Partner“ werden nun ausfindig gemacht und informiert, woraus sich hoffentlich kleine Kooperationen bilden.

Auch die Projekte der Ökomodellregion Waldeck-Frankenberg konnten an diesem Abend erkundet werden. „Vieles steckt noch in den Anfängen, aber ich hoffe, dass der Grundstein für gute, branchenübergreifende Zusammenarbeit gelegt werden konnte.“ so Jessica Albers . Denn mit enger Vernetzung und Kooperation sollen die Wertschöpfungsketten im Landkreis Waldeck-Frankenberg nachhaltiger gestalten, unterstützt oder neu aufgebaut werden. Dafür müssen sich die Akteure kennenlernen und neue Wege gehen.

Im Nachgang der Veranstaltung soll außerdem ein Regionalforum stattfinden, dass Gastronomen und Landwirte noch einmal konkreter miteinander vernetzt und auch die einzelnen Produkte in den Vordergrund rückt. Gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft ECHT HESSISCH werden Referenten organisiert, die ihre erfolgreichen Beispiele für bio- und regionale Gastronomiekonzepte in Hessen vorstellen. Die Gastronomen sollen angeregt werden, eigene Gerichte mit bio- und regionalen Produkten zu entwickeln und diese in einer speziell beworbenen Aktionswoche anzubieten. Das Datum und der genaue Ablauf werden noch bekannt gegeben.

Bei Fragen und Anregungen zu den Projekten im Bereich Streuobst, bio- und regionale Produkte in der Gastronomie und im Bereich Schafhaltung/ Alternative Produktvermarktung melden Sie sich gern bei der Projektkoordinatorin Jessica Albers telefonisch unter 05631-954 806 oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

In der heutigen Zeit sind Lebensmittel jeglicher Art nahezu immer und überall verfügbar. Dass sich das negativ auf Klima, Natur und Qualität auswirken kann, gerät oft in Vergessenheit. Der Landkreis setzt sich daher gemeinsam mit der Ökomodellregion Waldeck-Frankenberg dafür ein, ein stärkeres Bewusstsein für regionale und Bio-Lebensmittel zu schaffen. Für den Verbraucher gibt es dazu jetzt eine entsprechende Broschüre.

Ob für den Arten- und Tierschutz, das Klima oder die Stärkung des heimischen Lebensmittelhandwerks – es gibt viele Gründe, Lebensmittel bio, regional und saisonal zu kaufen. In der heutigen Konsumgesellschaft sind sich viele Menschen dessen nicht bewusst – der Landkreis macht sich daher gemeinsam mit der Ökomodellregion für heimische Lebensmittel stark: „Transparenz und Vertrauen beim Lebensmittelkauf sind wichtig und können durch direkten Kontakt zum Erzeuger oder die unabhängige Kontrolle im Bio-Sektor geschaffen werden. Darauf möchten wir aufmerksam machen.“, erläutert die Koordinatorin der Ökomodellregion Jessica Albers das Konzept. Den Verbrauchern wolle man so eine Orientierungshilfe geben – und für einen nachhaltigen Konsum von Lebensmitteln sensibilisieren.

„Herzstück der Publikation ist der Saisonkalender, in dem man genau nachvollziehen kann, welches Obst und Gemüse zu welcher Jahreszeit regional verfügbar ist. Diese Lebensmittel dann – im Idealfall direkt vom Erzeuger – zu kaufen, bedeutet nicht nur eine Wertschätzung lokaler Produkte, sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz“, ergänzt Dorothea Loth, die beim Fachdienst Landwirtschaft für den Bereich Direktvermarktung zuständig ist.

Zu unterschätzen ist aber auch nicht der Dialog zwischen Erzeugern und Verbrauchern: „Wenn Kunden ihre Produkte beispielsweise direkt im Bauernladen oder auf dem Markt kaufen, können sie sich direkt mit den Landwirten austauschen“, so auch der Dezernent für Direktvermarktung beim Landkreis Fritz Schäfer. „Das schafft Vertrauen, fördert den Umwelt- und Klimaschutz und auch die Dorfgemeinschaften.“

Die Broschüre wird ausgelegt in den Verwaltungsstellen des Landkreises, bei den Städten und Gemeinden, bei der Kreishandwerkerschaft, Lebensmittelhandwerksbetrieben, Wochenmärkten und Tourismus-Büros. Weitere Informationen gibt es per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder unter www.oekomodellregion-hessen.de sowie unter www.landkreis-waldeck-frankenberg.de.

zur Broschüre

Auch wir waren bei der diesjährigen Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel in Nürnberg mit dabei. Knapp 3800 Aussteller aus 110 Ländern haben sich und ihre Produkte präsentiert. Wir haben die Gelegenheit genutzt uns zu vernetzen, Neuheiten, Trends und Innovationen aus aller Welt zu entdecken und natürlich auch zu probieren!

Während der offiziellen Eröffnungsveranstaltung der Messe begrüßte unter anderem Julia Klöckner die Anwesenden. Unser persönliches Highlight war die emotionale Rede von Dr. Jane Goodall. Wir alle können durch den bewussten Einkauf unserer Lebensmittel zu deren Wertschätzung beitragen. Und das jeden Tag!

Auch der Kongress STADTLANDBIO, der zum vierten Mal parallel zur BIOFACH stattfand bot uns u.a. die Möglichkeit für den Austausch mit zahlreichen anderen Ökomodellregionen und Biostädten aus Deutschland.

Mit vielen neuen Ideen fuhren wir zurück nach Hessen und hoffen die gewonnenen Erkenntnisse in unseren Regionen nutzen zu können.

Im ersten Treffen des Arbeitskreises „Netzwerk Streuobst“ im neuen Jahr werden wir besprechen, was es für Möglichkeiten gibt, um ein schlagkräftiges Netzwerk aufzubauen und nicht nur das Streuobst im Landkreis nach vorn zu bringen, sondern auch andere regionale und bio-Produkte. Wir arbeiten weiter am geplanten Obstfest und nutzen das Treffen zur engeren Vernetzung untereinander.

Das vierte Treffen des Arbeitskreises wird am 20.02.20 um 16 Uhr stattfinden.

Bei Interesse an der Mitarbeit in unserem Arbeitskreis können Sie sich gern jederzeit bei mir, Jessica Albers, informieren und melden.

Am vergangenen Wochenende hieß es „Farming for Future – Landwirtschaft & Klimawandel“ in der Jugendherberge in Fulda. Hier wurde die 14. Öko-Junglandwirte Tagung ausgetragen und die ließ sich sehen: mehr als 170 Teilnehmer, 6 Vorträge und jeweils 6 parallele Workshops, sowie Seminare und Thementische haben 3 Tage mit Leben und einer Menge Infos gefüllt. 

Es gab Einblicke in die Arbeiten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) durch Dr. Cathleen Frühauf. Sie erklärte, welche Projekte dort derzeit bearbeitet werden und wie man den Klimaatlas auf der Internetseite des DWD für Prognosen in der Landwirtschaft und letztendlich für den eigenen Betrieb nutzen kann. Zum Thema „Klimaneutrale Ernährung“ sprach der Koch und Gründer Patrick Honauer aus der Schweiz und setzte damit ein Zeichen, wie man mit leidenschaftlichem Engagement die regionale Verpflegung in sogenannten „Food Networks“ organisieren kann. Auch der Mythos „Klimakiller Kuh“ wurde von Dr. Anita Idel unter die Lupe genommen und über die Chance der CO2-Speicherung durch mehr Grünland diskutiert. 

In Kleingruppen gab es viel Zeit zum Austausch über die „Farmers for Future“ Bewegung, die noch in den Kinderschuhen steckt, aber großes Potential hat, über Insekten als mögliche Futterquelle für die eigenen Nutztiere, über konservierende Bodenbearbeitung, Agrophotovoltaik, Mulch- und Direktpflanzungen im Gemüsebau oder über die Züchtung von Getreide-Populationen im Zeichen des Klimawandels. 

Viele junge Menschen haben sich an diesem Wochenende Gedanken über den Klimawandel und die zukünftige Landbewirtschaftung gemacht. Sie haben sich gemeinsam über Alternativen informiert und diskutiert, wie Landwirtschaft auch unter schwereren Voraussetzungen sicher und nachhaltig sein kann. Die Ökomodellregion Waldeck-Frankenberg versucht diese Vorhaben zu unterstützen und sich weiter mit den Öko-Junglandwirten zu vernetzen, gemeinsame Schnittpunkte und Lösungen zu finden um die Erzeugung unserer Lebensmittel zukunftsfähiger zu machen. 

Neues aus der Ökomodellregion, der Besuch der Direktvermarktermesse in Battenberg und die Organisation unseres Festes, das ins Frühjahr 2020 verlegt werden soll, stehen auf der Tagesordnung des dritten Treffens.

Das dritte Treffen dieses Arbeitskreises wird am 04.11.19 um 16 Uhr stattfinden.

Bei Interesse an der Mitarbeit in unserem Arbeitskreis können Sie sich gern jederzeit bei mir, Jessica Albers, informieren.

Am vergangenen Sonntag wurde in Battenberg wieder auf Regionalität gesetzt: Direktvermarkter und Kunsthandwerker aus dem gesamten Landkreis boten in der Festhalle ihre Produkte auf der Direktvermarktermesse an. Auch die Ökomodellregion Waldeck-Frankenberg hat diese Veranstaltung genutzt um über Ihre Arbeit und den ersten Arbeitskreis der laufenden Projektphase zu berichten. Das „Netzwerk Streuobst“, so der Name des Arbeitskreises, möchte auf die mangelnde Nutzung und Pflege vieler Bäume im Landkreis hinweisen und versuchen Lösungsansätze zu finden. Dabei ist eine gute Vernetzung die Basis für gute Zusammenarbeit, Verständnis und Maßnahmen, die in diesem Zuge ergriffen werden sollen. 

Zwei Mitglieder des Arbeitskreises „Netzwerk Streuobst“, Robert Jäger und Georg Hermes,  unterstützten die Projektkoordinatorin Jessica Albers und informierten über alte Obstbaumsorten, den fachgerechten Baumschnitt und die Ziele der Ökomodellregion im Bereich Streuobst. „Die Resonanz war sehr positiv. Viele Leute beschäftigt das Thema, sie kennen ungenutzte Bäume an Feldwegen oder die Problematik fehlender Pflegeschnitte“, so Georg Hermes, der selbst Baumschnittkurse anbietet und für den das Thema eine Herzensangelegenheit ist. Mit vielen Fachbüchern, Obstbäumen alter Sorten, die den Stand der Ökomodellregion säumten, und anderen Anschauungsobjekten von Kornelkirschen-Gelee über frische Mispeln und Apfelschaumwein wurde das Interesse der Besucher geweckt. Den positiven Verlauf der Direktvermarktermesse fasste Jessica Albers so zusammen: „Öffentlichkeitsarbeit macht an einem Tag wie heute besonders viel Spaß. Ich hoffe, dass wir die Menschen im Landkreis mit unserem Info-Stand erreichen und das Potential der Obstbäume herausstellen konnten.“

Schwerpunkt des 2. Treffens des Arbeitskreises „Netzwerk Streuobst“ wird die genauere Planung eines gemeinsamen Festes im Herbst dieses Jahres sein. Verschiedene Stände, Aktionen und Produkte von Schäfern und Imkern aus dem Landkreis, sollen angeboten werden. Alles mit Bezug zum Landkreiseigenen Obst. Außerdem soll das Fest auf der Direktvermarkter-Messe in Battenberg am 01.09.19 am Info-Stand der Ökomodellregion Waldeck-Frankenberg beworben werden.

Der Arbeitskreis wird sich am 19.08.19 um 16 Uhr das zweite Mal zusammenfinden.

Bei Interesse an der Mitarbeit im Arbeitskreis oder der Unterstützung des Festes können Sie sich gern bei mir, Jessica Albers, melden.

Ansprechpartnerin:
Jessica Albers
Projektmanagerin der Ökolandbau Modellregion
Telefon: +49 5631 954-806
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Landkreis Waldeck-Frankenberg
Kreisausschuss
Fachdienst Landwirtschaft
Auf Lülingskreuz 60 · 34497 Korbach

Obstbäume sind nützlich: auf landwirtschaftlichen, genauso wie auf kommunalen Flächen dienen sie dem Naturschutz und der Artenvielfalt. Oft sind sie jedoch ungenutzt, die Pflege ist aufwendig und sie verlieren langsam an Wert. Mit dem Arbeitskreis „Netzwerk Streuobst“ möchten wir Obstbäume ausfindig machen und über die Internet-Plattform „mundraub.org“ zur freien Verfügung stellen. Waldeck-Frankenberg ist nicht per se bekannt für seine Streuobstwiesen, nur der Süden des Landkreises ist dies bezüglich „gut aufgestellt“. Doch es gibt zahlreiche mobile Saftpressen und Mostereien, Obstbaum-Feste und -Versteigerungen. Das möchten wir nutzen und um einzelne Bäume und ganze Obst-Flächen in den nördlicheren Gemeinden des Landkreises erweitern. Ein mehrtägiges Fest soll dazu beitragen, Verbraucher zu sensibilisieren und ihnen die Wichtigkeit dieser Bäume näherzubringen. Der Arbeitskreis wird sich mit der Planung des Festes beschäftigen und die Akquise der Bäume für die Plattform unterstützen.

Das erste Treffen dieses Arbeitskreises wird am 17.07.19 um 16 Uhr stattfinden.

Bei Interesse an der Mitarbeit und der Umsetzung der oben genannten Ziele können Sie sich gern bei mir, Jessica Albers, melden.

Ansprechpartnerin:
Jessica Albers
Projektmanagerin der Ökolandbau Modellregion
Telefon: +49 5631 954-806
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Fachdienst Landwirtschaft
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Die Bauernmolkerei in Usseln gehört neben dem Hofgut Rocklinghausen zu den ältesten nach ökologischen Prinzipien wirtschaftenden Betrieben in Waldeck-Frankenberg. Beide Betriebe fungierten daher auch als wichtige Ankerpunkte innerhalb der Bewerbung des Landkreises als Ökomodellregion. Die Bewerbungsphase konnte mittlerweile abgeschlossen werden; der Landkreis ist nun eine von acht Modellregionen in Hessen. Die Auftaktveranstaltung fand jetzt im Milchmu(h)seum in Usseln statt, das angesichts der Bedeutung der Bauernmolkerei für das Gesamtprojekt ein von den Veranstaltern bewusst gewählter Ort mit Symbolkraft war.

Neben Vertretern der Politik, der Landwirtschaft und ihrer Dachverbände waren auch Repräsentanten aus dem verarbeitenden Bereich und dem Tourismus der Einladung gefolgt. Projektmanagerin Jessica Albers vom Fachdienst Landwirtschaft des Landkreises wies in ihrer Begrüßung noch einmal darauf hin, dass das Land laut Ökoaktionsplan beabsichtige, mit den Ökomodellregionen den Anteil ökologischer Landwirtschaft bis 2025 auf 25 Prozent zu erhöhen. Auch der Landkreis hat sich ähnliche Ziele gesteckt. Hier soll sich die nach ökologischen Grundsätzen bewirtschaftete Fläche innerhalb der nächsten 10 Jahre von derzeit 7.700 Hektar auf rund 15.000 Hektar verdoppeln.

„Ziel ist überdies eine enge Verknüpfung zwischen den handelnden Akteuren in den Bereichen Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus über ein verbessertes Marketing der hier produzierten bio- und regionalen Produkte“, betonte Jessica Albers. Die Auftaktveranstaltung diene dazu, Kooperationen anzustoßen und Netzwerke aufzubauen. Auch Landrat Dr. Reinhard Kubat sieht in dem Projekt eine große Zukunftschance. Selbstkritisch merkte der Kreishauschef an, dass seine Generation mit großen, hoch gesteckten Zielen in die Zukunft gestartet sei, nun aber vor einem Scherbenhaufen stehe. „Wir hinterlassen die Welt in einem schlechteren Zustand als wir sie von unseren Eltern übernommen haben“, so Kubat. Man müsse sich dessen bewusst werden und gegensteuern so lange dies noch möglich sei. Der Klimawandel müsse gestoppt, die Biodiversität gestärkt und die natürlichen Lebensgrundlagen bewahrt werden.

Der Landrat sieht in dem Projekt Ökomodellregion eine große Chance auch jenseits der Fragen von landwirtschaftlicher Produktion, regionaler Verarbeitungs- und Vertriebswege und touristischer Kooperation. Mit einer konsequenten Zukunftspolitik könne man den Menschen zeigen, dass man etwas bewirken und verändern und dass jeder einzelne seinen Beitrag dazu leisten könne.

Über die Schwierigkeiten, einen ökologisch arbeitenden Betrieb aufzubauen, der gleichermaßen Qualität für den Verbraucher und faire Preise für die Erzeuger garantiere, berichtete die Geschäftsführerin der Bauernmolkerei Karin Artzt-Steinbrink in ihrem Referat. Vor 33 Jahren habe es die erste Kooperation mit ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betrieben gegeben, die Bauernmolkerei wurde 1996 etabliert. „Man hat uns keine großen Chancen eingeräumt“, erinnerte sich Artzt-Steinbrink. „Die Prognosen lagen zwischen zwei Monaten und vier Jahren“. Aber das Konzept habe sich durchgesetzt und während man anfangs mit der Milch von ca. 30 Kühen habe wirtschaften müssen, seien es inzwischen 7.000. Stolz war die Geschäftsführerin der Bauernmolkerei auch darauf, dass ihr Unternehmen als erste Molkerei den Hinweis „Ohne Gentechnik“ auf ihren Verpackungen geführt habe. Dafür habe man sich gegen viele Widerstände durchsetzen müssen. Mittlerweile hat die Bauernmolkerei ihren Platz gefunden und muss sich sogar vergrößern, um der wachsenden Nachfrage nachzukommen. Ein Neubau der Produktionsanlagen am Ortsrand von Usseln ist bereits im konkreten Planungsstadium.

In einem dritten Impulsvortrag berichtete Landwirt Stefan Itter, der seit 2002 einen Biohof in Kirchberg in der Nähe von Kassel bewirtschaftet, von seinen Erfahrungen. Nordosthes-sen ist bereits seit 4 Jahren Öko-Modell-Region und hat in dieser Zeit Strukturen entwickelt, die auch Vorbildcharakter für Waldeck-Frankenberg haben könnten. Itter selbst kooperiert mit weiterverarbeitenden Betrieben, u.a. einer Biometzgerei und einer Biobäckerei, und hat mit diesen zum Teil neue und gut nachgefragte Produktpaletten entwickelt. In einem Biorestaurant in Kassel wird qualitativ hochwertiges Essen aus der Region angeboten. Projektmanagerin Jessica Albers zeigte sich zufrieden mit der Auftaktveranstaltung, zumal sie schon eine ganze Reihe konkreter Nachfragen und Angebote registrieren konnte. „Ich hoffe, dass wir den Schwung nutzen und schnell in konkrete Projekte umsetzen können“, so ihr Wunsch. Die Menschen sollen sehen, dass etwas passiert.
Weitere Informationen gibt es unter Tel. 05631 – 954 806 oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.