Diese Seite wird nur mit JavaScript korrekt dargestellt. Bitte schalten Sie JavaScript in Ihrem Browser ein!
  • Titelbild 1
  • Titelbild 2
  • Titelbild 3
  • Titelbild 5
  • Titelbild 6

Rhöner BioHeumilch

Die Rhön - das Land der offenen Fernen.

Um das Land offen zu halten spielt die Rinderhaltung in der Rhön und somit die Beweidung der Flächen und das Bewirtschaften und Mähen der Wiesen eine große Rolle. Wir wollen regionale Bioprodukte. Warum nicht auch Rhöner-Bio-Heumilch? - haben wir uns im Arbeitskreis Landwirtschaft & ökologische Erzeugung gefragt?

Initiative Rhöner Bio-Heumilch – Bauern gesucht!

Heumilch ist seit einigen Jahren ein Begriff. In Süddeutschland haben schon zahlreiche Molkereien die Heumilch als Markt-Premiumprodukt für sich entdeckt. In der Rhön gibt es diese bisher noch nicht. Das könnte sich in Zukunft ändern. Die Biobranche entwickelt sich weiter, die ökologischen Herausforderungen werden nicht weniger, die Auflagen für Silagelagerung werden strenger und die Ansprüche der Verbraucher nach Transparenz, Nachhaltigkeit und Regionalität steigen.

Bisher hat sich eine Gruppe von etwa einem Dutzend Landwirten aus den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Fulda zusammengefunden, die sich intensiv mit dem Thema Bio-Heumilch beschäftigen. Welche Investitionen sind nötig? Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Welche Vermarktungs- und Verarbeitungspartner finden sich? Zu diesen Fragen versuchen die Landwirte zurzeit gemeinsam mit den Projektmanagerinnen der beiden Ökomodellregionen, Corinna Ullrich und Simone Müller, Antworten zu finden.Klar ist schon jetzt, dass die Rhöner Bio-Heumilch verspricht, ein ganz besonderes Produkt zu werden. Die besonderen Qualitäten umfassen u.a. den hohen Futter- und Gesundheitswert für die Milchkühe, Leistungen für die Biodiversität (wenn nicht alle Wiesen vor der Blüte auf einmal für die Silobereitung geschnitten werden müssen) sowie das gesunde Endprodukt mit einer hochwertigen Fettsäurenzusammensetzung und einem einzigartigen Geschmack.

Alle Bio- (oder umstellungsinteressierten) Milchviehhalter, die in einem der fünf zur Rhön zählenden Landkreise tätig sind und sich für das Thema interessieren, sind dazu eingeladen, sich mit den Projektmanagerinnen der Ökomodellregionen in Verbindung zu setzen.

Ansprechpartnerinnen: Corinna Ullrich Tel.: 09771 94-691; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und Simone Müller Tel.: 0661 6006-7049; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


Exkursion ins Hohenloher Land - Heutrocknung in der Praxis

Die Ökomodellregion Landkreis Fulda hatte am 12. Juli 2017 zu einer Exkursion ins Hohenloher Land eingeladen. Wo liegt das denn? Etwas südlich von Schwäbisch Hall und nördlich von Stuttgart.

Zur Exkursion waren Landwirte eingeladen, die sich näher mit dem Thema der thermischen Heutrocknung beschäftigen wollen oder schon den Einbau einer Trocknungsanlage für Heu konkret in ihrem Betrieb planen. Denn das Ziel eine Rhöner Heumilch zu produzieren gelingt nur, wenn wir Betriebe haben, die im Winter Heu füttern anstatt Silage. 13 interessierte Menschen aus Landwirtschaft und Beratung konnten einen intensiven Einblick in das Verfahren der thermischen Heutrocknung und das Erzeugen von Heumilchkäse bekommen.

Besichtigt wurden zwei Bio-Heumilchbetriebe und die Dorfkäserei Geifertshofen die ausschließlich Heumilch von insgesamt elf Biobetrieben in der Region zu Heumilchkäse verarbeitet.

Die beiden Betriebsleiter waren sehr aufgeschlossen und jede Frage wurde ausführlich und gerne beantwortet. Auf dem ersten Betrieb wurde vorgeführt, dass auch ein Gebläse mit 150 KW unter voller Leistung keine Lärmbelästigung für die Nachbarn darstellt und wie wendig und schnell der Heukran mit einem geübten Fahrer hin und her huscht und seine Arbeit erledigt. Dieser Betrieb ist seit 2002 Bioland Betrieb und hat einen Anbindestall zum Laufstall umgebaut und auch die Trocknnungsanlage mit einer Box in das Altgebäude eingebaut.

Der zweite Betrieb hat erst in 2014 seinen Betrieb von sechs Milchkühe auf 24 Kühe durch einen Stallneubau aufgestockt. Gleichzeit hat er seinen Betrieb auf Bio umgestellt und gehört ebenfalls dem Bioland Verband an. Zudem wurde er neuer Lieferant der Dorfkäserei Geifertshofen. Auf diesem Betrieb haben die Exkursionsteilnehmer besonders über einen Frontbalkenmäher mit 8,50 m breite und Doppelmesser gestaunt. Großer Vorteil sei, dass das Gras nach dem mähen sehr breit auseinander liegt und ein zusätzliches Wenden unnötig macht. Weiterer Pluspunkt dieser Technik ist, dass die Insekten die sich in dem Gras befinden den Mähvorgang unbeschadet überstehen. Die Trocknungshalle befindet sich ebenfalls in einem Neubau und ist mit drei Boxen und einem isolierten Boden ausgestattet.

Die Dorfkäserei Geifertshofen, die ihre Milch unter anderen von den beiden besichtigten Betrieben bezieht, produziert ausschließlich Heumilchkäse der grundsätzlich nur Regional vermarktet wird. Die Exkursionsteilnehmer durften fünf Käsesorten verkosten, die alle sehr gut schmeckten. Die gute und vertrauensvolle Kooperation zwischen der Erzeugergemeinschaft der Heumilchbauern und der Dorfkäserei sei entscheidend für den Erfolg aller Beteiligten. Die Betriebe bekommen im Durchschnitt eines Jahres ca. 60 Cent je Liter gelieferter Milch.

Zum Abschluss der Fahrt wurde im Gasthaus „Mohrenköpfle“ eingekehrt – zum Hunger stillen und zum regen Austausch. Das Gasthaus gehört zum Regionalmarkt Hohenlohe, der von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall betrieben wird.

Die Exkursion hat bestätigt, dass

  • mit Heufütterung eine Milchleistung von durchschnittlich 6600 Liter und mehr möglich ist.

  • der Einbau einer Trocknungsanlage im Neubau und Altbau funktioniert.

  • ein Zuschlag für Heumilch von mindestens 5 Cent notwendig ist.

  • Betriebe mit hörnertragenden Kühen einen Milchgeldzuschlag von zwei Cent bekommen können.

  • regionales und ökologisches Wirtschaften und handeln eine große Wertschätzung erfährt.

  • eine Erzeugergemeinschaft eine starke Basis bildet und ein vertrauensvolles Arbeiten möglich ist.

  • sowohl die Bauern, als auch die Käserei zufrieden sind.

Der Satz eines Landwirts ist nachhaltig in Erinnerung geblieben: „Wir, die Bauern, sind die Säulen der Käserei.“ 

zum Programm (PDF Datei)


Stressfrei Heu trocknen – wie geht das?

Gut zweidrittel der landwirtschaftlichen Betriebe im Landkreis Fulda sind Grünlandbetriebe. Auf Grund der Milchpreiskrise und der insgesamt wirtschaftlich schlechten Situation in der Landwirtschaft haben einige Betriebe die Milchviehhaltung aufgegeben.

Trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb denkt die Ökomodellregion Landkreis Fulda über das Fernziel einer eigenen Rhöner Heumilch nach. Voraussetzung dafür ist jedoch eine ganzjährige Fütterung mit Heu anstatt Silage, was wiederum die Nutzung einer Heutrocknungsanlage voraussetzt um eine gute Futterqualität zu erzielen.

Zu diesem Thema fand am 28. März in Almendorf eine Infoveranstaltung statt. Eingeladen hatten die Ökomodellregion Landkreis Fulda und der Verein Natur und Lebensraum Rhön. Für diese hießen Simone Müller und Janet Emig die Teilnehmer willkommen. Gut 70 interessierte Zuhörer, darunter Landwirtinnen und Landwirte aus dem näheren und auch weiteren Umland, Berater vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Vertreter des Bauernverbandes und des Landkreises Fulda, waren gekommen. Drei Referenten berichteten im Hotel Berghof ausführlich über die Vorzüge einer thermischen Heutrocknung.

Die Gewinnung von hochwertigem Heu, mit dem eine sehr gute Grundfutterleistung der Milchkühe erzielt werden kann, funktioniert in unserer Region nur mit einer Investition in eine Heutrocknungsanlage. Herr Gollob, von der Firma Lasco aus Österreich, stellte zu Beginn seines Vortrages die Vorzüge von getrocknetem Heu vor. Für die lose Heutrocknung empfahl er den Bau von vier Trocknungsboxen um ausreichend, schnell und flexibel Heu einfahren zu können. Ein Vorteil sei, dass das Heu nach nur 24 Stunden Liegezeit eingefahren werden könne. Ein besonderes Augenmerk legte Herr Gollob in seinem Vortrag auf eine sehr gleichmäßige Befüllung und Verteilung des Heu im Heustock mit Hilfe eines Heukran. Wenn die Trocknungsanlage eingeschaltet ist, sollte sie zwölf Stunden durchlaufen sonst kann der Heustock zusammenfallen und es bilden sich Schimmelpilzenester, so Herr Gollob. Der Anteil an Kräutern oder auch von Luzerneblättern sei sehr viel höher. Natürlich gebe es Bröckelverluste, aber geringe. Die Kühe frässen es sehr gerne (schmackhaftes Futter) und für die Tiergesundheit sei es sehr gut. Ein anwesender Landwirte bestätigte die gesundheitsfördernde von Heu bei den Tieren. Seitdem er Heu füttert sähe er nur noch sehr selten den Tierarzt auf seinem Hof. Ein positiver Nebeneffekt sei der angenehme Geruch im Stall. Mit einem guten Heu können bis zu 7.000 Liter Grundfutterleitung erzielt werden.

Spitzenkäse produzieren kann man nur mit „Heumilch“ – das heißt also mit Heufütterung. Das sagte Godehart Hannig vom Kirchhof (Demeter-Betrieb) aus Alheim-Oberellenbach. Der Kirchhof hat eine Herde mit 60 Angler Kühen (alter Nutzungsrichtung) und eine Hofkäserei mit Direktvermarktung. Im Sommer 2016 wurde eine HSR-Heutrocknung mit zwei Heu-Boxen in Betrieb genommen. Drei Schnitte könne er gut einfahren, Ende Mai, Juli/August und Ende September ohne sich mit den Wetterkapriolen herumärgern zu müssen. Heufütterung werde dem Verdauungssystem der Kuh am gerechtesten.
Ausführlich berichtete Herr Hannig vom Um- und Einbau der neuen Technik, die er in naher Zukunft um eine Rundballentrockung erweitern möchte. Kombinieren kann er die Heutrocknung mit einer Getreidetrocknungsanlage.

Heißlufttrocknungsanlage vor. Die Genossenschaft entstand 1960 und hat heute ca. 650 Mitglieder. Erzeugt werden: Edelgrün-Cobs und Edelgrün-Ballen: veredelte, heißluftgetrocknete, zu Cobs pelletiertes oder zu Ballen gepresstes gentechnikfreies Wiesengras. Dieses „Gold der Wiese“ stamme von traditionell bewirtschafteten Dauergrünlandflächen.

Desweiteren werden Körnermaiscobs, Luzernecobs und Luzerneballen, Strohcobs und Strohballen, sowie Sojabohnencobs, Ackerbohnencobs und Lupinencobs gepresst und als Futtermittel verkauft. Alles aus heimischem und GVO-freiem Anbau. Der durchschnittliche Anfahrtsweg des zu trocknenden Gutes betrage etwa 62 km. Das Futter sei qualitativ allerdings so hochwertig, dass sich sowohl die weite Anfahrt als auch der extrem hohe Energieaufwand lohnen und rechnen, wie Herr Vögele erläuterte.

Die Referenten waren sich darüber einig, dass Trocknungsheu ein hochwertiges, schmackhaftes, energiereiches, wiederkäuergerechtes und der Tiergesundheit förderliches Grundfutter ist.

Rhöner Heumilch zu erzeugen kann ein Ziel sein! Wie Herr Henkel (Vereinigung Hessischer Direktvermarkter) sagte, bestehe durchaus ein Interesse der Molkereien, jedoch müsse ein „Zug“ zusammen kommen, damit sich die Abholung und die Abfüllung auch lohne. Mit dem Handel seien bereits erste Gespräche geführt worden. Auch die Vereinigung Ökologischer Landbau (VÖL) ist an der Erzeugung einer „Hessenmilch“ interessiert.

zum Flyer (PDF Datei)

zurück zur Übersicht