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Bio macht Sinn

Unter diesem Motto möchten wir vorstellen, wer die Ökomodell-Regionen sind und wer sie zu dem macht, was sie sind.

  • Lahn-Dill-Giessen
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Am 05.Mai 2021 hat die Ökomodellregionen Lahn-Dill-Gießen zusammen mit der Ökomodelregion Vogelsbergkreis erstmalig ein Online-Seminar angeboten. Ca. 30 Interessierte nahmen an der abendlichen Veranstaltung teil. In dem zweistündigen Seminar wurden die Grundlagen des Gemengeanbaus aus Sicht des Pflanzenbaus sowie Verarbeitungs- und Aufbereitungsmöglichkeiten für die Humanernährung, ergänzt um Praxisbeispiele, vorgestellt.

Der Anbau von Gemengen für die Produktion von Lebens- und Futtermitteln kann eine Chance bieten, sich zunehmend wechselhafteren Klimabedingungen anzupassen und gleichzeitig das Risiko von Ernteausfällen zu minimieren. Eine Erhöhung der Vielfalt auf dem Acker und eine effiziente Nutzung von Wasser, Nährstoffen und Licht sind nur einige Aspekte, die für einen Anbau von Mischkulturen sprechen. Um Aufbereitungskosten gering zu halten, erfordert der Anbau jedoch eine sorgfältige Planung und eine genaue Auswahl der Ackerkulturen. 

Referenten waren Phillipp Roth vom Beratungsteam Ökolandbau des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen (LLH), und Moritz Schäfer, Öko-Landwirt und Betreiber des Öko-Kornhaus, Schwalmtal-Hopfgarten.

Die Moderatoren der beiden Öko-Modellregionen Marie-Charlotte Zeibig (ÖMR Lahn-Dill-Gießen) und Mario Hanisch (ÖMR Vogelsbergkreis) sorgten für ausreichend Raum für Austausch und Diskussion während der Veranstaltungen. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die Volkshochschule Landkreis Gießen. Derzeit befindet sich die Ökomodellregion Lahn-Dill-Gießen in der Planung weiterer Veranstaltungen mit den Volkshochschulen vor Ort.

Landwirt*innen und Interessierte konnten hier mit neu gewonnenem Wissen und Erfahrungsaustausch ins Gespräch kommen.

Um ein bedarfsdeckendes Angebot an Online-Seminaren im Bereich der Ökologischen Landwirtschaft zu veranstaltet, wurde anschließend an die Vorträge eine Umfrage geschaltet, bei denen die Teilnehmenden sich für weitere Informationsveranstaltungen zu speziellen Kulturen wie der Linse und Hirse, aber auch der Wunsch nach Informationen zu Gemengepartner mit Mischungsverhältnissen und Anbauhinweisen aussprechen konnten.

Klimaangepasster Gemüsebau in der ÖMR Lahn-Dill-Gießen

In den vergangenen Jahren hatte die heimische Landwirtschaft unter starker Trockenheit zu leiden. Besonders hart trifft dies unter anderem den Gemüsebau, da die Gemüsekulturen einen hohen Wasserbedarf haben. An einer Lösung für dieses Problem arbeiten derzeit vier landwirtschaftliche Betriebe aus der Ökomodellregion Lahn-Dill-Gießen in Zusammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universität Gießen. Im Rahmen eines EIP-Projekts, an dem auch die Ökomodellregion Lahn-Dill-Gießen, die live2give GmbH aus Dickendorf im Westerwald sowie ein landwirtschaftlicher Betrieb außerhalb der ÖMR Lahn-Dill-Gießen beteiligt sind, wird ein Anbauverfahren erprobt, welches eine ressourcenschonende Gemüseproduktion ermöglichen soll: der Mulch-Gemüsebau. Das Projekt wird durch die Europäische Union im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP-Agri) und durch den Entwicklungsplan für den ländlichen Raum des Landes Hessen 2014 - 2020 (EPLR) für 3 Jahre (2020 bis 2023) gefördert. Das Anbauverfahren ermöglicht es, trotz der durch den Klimawandel bedingten Trockenperioden Gemüsebau ohne umfangreiche Bewässerungssysteme in unserer Region zu betreiben.

Wie funktioniert das?

Beim Mulch-Gemüsebau wird zunächst eine Zwischenfrucht als Mulchmaterial angebaut, die nach dem Schnitt auf der Fläche verbleibt. Zusätzlich wird weiteres Mulchmaterial nachgestreut. Dieses Vorgehen wird als Kombi-Mulch-Verfahren bezeichnet. In die Mulchschicht werden dann Gemüsejungpflanzen gesetzt. Dafür kommt eine spezielle Pflanzmaschine zum Einsatz, die von der live2give GmbH entwickelt wurde. Im ersten Projektjahr (2020) wurden Weißkohl, Kürbis und Zuckermais angebaut. Für das zweite Projektjahr ist eine Ausweitung der Kulturen und der Anbauflächen geplant.

Was sind die Vorteile?

Die Mulchschicht beschattet den Boden, wodurch weniger Wasser verdunstet. So steht das im Boden vorhandene Wasser den Gemüsepflanzen länger zur Verfügung. Der Wassereintrag aus Niederschlägen kann dadurch weitgehend von den Gemüsepflanzen genutzt werden und kann bereits ausreichend für die Wasserversorgung sein, auch wenn es seltener regnet. Auch in diesem Anbauverfahren ist es manchmal notwendig, die Pflanzen zusätzlich zu wässern. Das geschieht aber in deutlich geringerem Umfang als im herkömmlichen Gemüsebau. 

Doch der verbesserte Wasserhaushalt ist nicht der einzige Vorteil der Mulchschicht! Durch die Beschattung des Bodens wird auch der Aufwuchs von Unkräutern eingedämmt, so dass weniger Maßnahmen zu deren Beseitigung nötig sind. Auch die Bodenfruchtbarkeit profitiert davon, denn die Mulchschicht versorgt den Boden mit Nährstoffen und fördert das Bodenleben.

Darüber hinaus ermöglicht dieses Anbauverfahren eine Kohlenstoffeinbindung in den Boden durch Humusaufbau und minimale Bodenbearbeitung. Insofern ist der Mulch-Gemüsebau nicht nur an bestehende Klimaveränderungen angepasst, sondern trägt auch dazu bei, weitere Klimaveränderungen einzudämmen.

Warum ist das bisher eine Nische?

Wenn man bedenkt, dass äußere Faktoren wie die Deckung des Wasserbedarfs durch Regenwasser oder langfristige Produktivitätsverluste durch intensive Bodennutzung in Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen bisher meistens nicht berücksichtigt werden, dann erscheint der Mulch-Gemüsebau auf den ersten Blick weniger rentabel als herkömmliche Anbaumethoden. So wird beispielsweise die Anbaufläche eine Zeit lang durch die Zwischenfrucht, die als Mulchmaterial benutzt wird, blockiert. Es kann in dieser Zeit keine Marktfrucht angebaut werden, durch die der Betrieb kurzfristig Einnahmen generieren könnte.

Auch die Investition in eine spezielle Pflanzmaschine ist eine Hürde, die genommen werden muss, um in den Mulch-Gemüsebau einsteigen zu können. Darüber hinaus wirken Mulchdecken anziehend auf manche Schädlinge, wie beispielsweise Schnecken. Deren Beseitigung stellt eine zusätzliche Herausforderung dar.

Wie geht es weiter?

Den genannten Herausforderungen dieser Anbaumethode zum Trotz berichten die beteiligten landwirtschaftlichen Betriebe von ermutigenden Erfahrungen im ersten Projektjahr. Deshalb werden die im Mulch-Gemüsebau bewirtschafteten Flächen in 2021 ausgeweitet und eine Reihe weiterer Gemüsesorten angebaut (u.a. Knollensellerie, Kohlrabi). Die Vorteile des Mulch-Gemüsebaus wecken bereits das Interesse weiterer Betriebe. 

Wo kann man Mulchgemüse kaufen?

Bisher wird der Großteil des Gemüses über die Direktvermarktung der beteiligten Betriebe vertrieben. Weitere Absatzkanäle sind in Planung. Die Ernte aus 2020 ist nun abverkauft, doch ab Sommer 2021 wird wieder Gemüse frisch vom Acker erhältlich sein. Die beteiligten Betriebe in der ÖMR Lahn-Dill-Gießen sind:

Hof Obersteinberg, Pohlheim

Sonnenhof, Buseck 

Solawi Sonnenhof, Braunfels

Strohlädchen, Wettenberg


Gut besuchte Veranstaltung der Ökomodell-Region Lahn-Dill-Gießen in Hüttenberg am 04.02.2020

Nahezu 70% der Bio-Betriebe in den Landkreisen Lahn-Dill und Gießen halten Rinder. Das sind rund 170 Betriebe mit über 9000 Bio-Rindern. Der Großteil von ihnen hält kleine Herden mit überwiegend Mutterkühen, das Sommerhalbjahr verbringen sie auf der Weide. Fleischerzeugung und Landschaftspflege stehen hier im Vordergrund. Nur rund zwanzig der genannten Bio-Rinderhalter erzeugen noch Milch. Für alle gleichermaßen wichtig sind jedoch die Fütterung der Tiere und ein gutes Weidemanagement.

Aus diesem Grund hatte die Abteilung für den ländlichen Raum mit ihrem Team der Ökomodell-Region Lahn-Dill-Gießen die dritte Veranstaltung ihres „Landwirte-Netzwerks Ökolandbau“ unter das Thema „Fütterung, Leistung und Gesundheit unserer Ökorinder“ gestellt. Als Referent war Dr. Edmund Leisen von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in das Bürgerhaus nach Hüttenberg geladen. Der ausgewiesene Grünlandexperte berät europaweit Rinderbetriebe seit über 25 Jahren und koordiniert in Nordrhein-Westfalen ein Öko-Leitbetriebsnetzwerk. Dieses vernetzt sich über eine Arbeitsgemeinschaft zur Öko-Futterwirtschaft auch in andere Bundesländer.

Aus seinen zahlreichen Erfahrungen aus mehreren Jahrzehnten Landwirtschaftsberatung gab Dr. Edmund Leisen den fast 50 Besucherinnen und Besuchern der Veranstaltung zunächst einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung der Rinderfütterung in den vergangenen 15 Jahren. Diese leitete er zu aktuellen Empfehlungen hinsichtlich Fütterung und Weidehaltung über.

Das Thema Klimawandel zog sich auch hier wie ein roter Faden durch den Vortrag. Die überdurchschnittlichen heißen Sommer der vergangenen Jahre hatten in vielen Regionen Deutschlands zu Mangel an Grünfutter geführt. Dr. Leisen hatte dabei jedoch feststellen können, dass die Tiere selbst die Hitze besser vertrugen als erwartet. Eine ausreichende Wasserversorgung auf den Weiden sei dafür in erster Linie entscheidend. Der Landwirtschaftsberater beschloss seinen Vortrag jedoch mit dem Ausblick, dass die sich verändernde Witterung und der voranschreitende Klimawandel bald auf einzelbetrieblicher Ebene eine Überarbeitung vieler in der Vergangenheit bewährter Beratungsempfehlungen mit sich bringen würde.

Dem Vortrag folgte eine spannende Diskussion mit den Besucherinnen und Besuchern. Dabei betonten auch die Betriebe selbst, dass viele der von Dr. Leisen genannte Empfehlungen zur intensiven Milch- und Rindfleischerzeugung nur eine Facette der Landwirtschaft seien. Gerade im Lahn-Dill-Kreis – und auch im östlichen Kreis Gießen – arbeiten viele Rinderhalter extensiv auf mageren, aber sehr artenreichen Standorten. Intensive Weidesysteme wie Kurzrasenweide seien hier nicht zielführend. Die Betriebe wünschten sich daher als Ergänzung weitere Veranstaltungen zum wichtigen Thema Öko-Grünland, jedoch mit dem Schwerpunkt auf Extensiv-Standorte.

Zum Abschluss nutzten Oliver Lauff und Astrid Rauner vom Projektteam der Ökomodell-Region Lahn-Dill-Gießen die Diskussionsrunde für einen Meinungsspiegel aktueller Themen, die in diesem Jahr im Zuge der Arbeit der Ökomodell-Region aufgegriffen werden können. Die Fragestellungen der regionalen Ökobranche sind vielfältig und drehen sich vielfach um Infrastruktur und Vermarktung. Denn die Ökoerzeugung in den Landkreisen Lahn-Dill und Gießen wächst stetig: Über 1000 ha wurden bei der Abteilung für den ländlichen Raum neu als Ökofläche beantragt. Die Ökofläche beträgt damit fast 5500 ha Ackerland und über 11000 ha Grünland.

Insgesamt zählen die Landkreise Lahn-Dill und Gießen zu den hessischen Spitzenreitern im Ökolandbau. Schon über 25% der landwirtschaftlichen Nutzfläche in beiden Kreisen wird ökologisch bewirtschaftet. Die Ökomodell-Region Lahn-Dill-Gießen nimmt sich seit 2019 der Herausforderung an, die vielfältigen Fragestellungen und Themen der regionalen Akteure in Projekten und Veranstaltungen aufzugreifen.


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… und lässt sich insbesondere in den Gunstlagen der Ökomodell-Region Lahn-Dill-Gießen erfolgreich anbauen! Um die Besonderheiten, Vorteile und Herausforderung dieser Eiweißalternative zu verdeutlichen, hatte die Ökomodell-Region Lahn-Dill-Gießen bereits Ende August gemeinsam mit dem Lehr- und Versuchsgut der Universität Gießen Gladbacher Hof zu einem Feldtag geladen. Diesen eröffnete Andreas Schmid-Eisert, Administrator des Versuchsgutes, sowie Margot Schäfer, Abteilungsleitung der Abteilung für den ländlichen Raum des Lahn-Dill-Kreises, mit einer kurzen Begrüßung. Dr. Franz Schulz, Leiter der Versuchsstation auf dem Gladbacher Hof, berichtete ausführlich über die Besonderheiten des Anbaus und demonstrierte das Beimpfen des Saatgutes mit Knöllchenbakterien. Die Vorbehalte vieler Anbauer, Soja gedeihe auf mittleren Standorten nicht, räumten er und LLH-Anbauberater Marcel Phieler aus. Die Erfahrungen aus dem Soja-Netzwerk des LLHs haben ebenfalls gezeigt, dass ein Anbau der Kultur bis ca. 400 m ü. NN. noch möglich sei. Wichtig sei hierbei, dass der Sojaanbauer beharrlich bleibe. Soja sei anspruchsvoll und erfordere auf jedem Standort individuelle Anbauerfahrungen. Dafür müsse man der Eiweißpflanze eine Chance geben und sie über mehrere Jahre in der Fruchtfolge behalten. Besonders in trockenen Jahren zeigt die Sojabohne gegenüber der Ackerbohne dann aber ihre Vorteile im Anbau. Für welche Einsatzzwecke oder Standorte die „klassischen“ Eiweißfutterpflanzen aber nachwievor gut geeignet sind, beleuchtete Philipp Roth vom Demonetzwerk „Erbse/Bohne“ des LLH in einem Ausblick.

Lohnenswert ist Öko-Soja auch mit Blick auf dem Preis. Vertreter der Anbauverbände Naturland, der Naturland Marktgesellschaft, Bioland sowie der Firma Taifun erläuterten die Anforderungen insbesondere an Speisesoja, aber auch Rahmenbedingungen der vertraglichen Kooperationen und die lukrativen Preise. Derzeit stellt die lokale Erfassung von Öko-Soja in Mittelhessen noch eine Herausforderung dar, es wird jedoch an Lösungen gearbeitet. Generell besteht derzeit auf dem Markt ein großes Interesse an Öko-Soja.

Die gute Marktlage und viele positive Anbaueigenschaften gingen als Plädoyer für den von Öko-Soja aus der Veranstaltung hervor. Für die Mitwirkung aller Beteiligten sowie natürlich das zahlreiche Erscheinen der Besucher bedankt sich die Ökomodell-Region Lahn-Dill-Gießen an dieser Stelle sehr herzlich!

Im Rahmen der Ökomodell-Region soll an dem Thema Öko-Soja weitergearbeitet werden. Sind Sie Landwirt in den Landkreisen Lahn-Dill oder Gießen und planen zur Ernte 2020 den Anbau von Soja? Dann kontaktieren Sie gern das Projektmanagement unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Wir suchen derzeit Kooperationsbetriebe für eine weitere Feldveranstaltung.