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Gut besuchte Veranstaltung der Ökomodellregion Lahn-Dill-Gießen in Hüttenberg am 04.02.2020

Nahezu 70% der Bio-Betriebe in den Landkreisen Lahn-Dill und Gießen halten Rinder. Das sind rund 170 Betriebe mit über 9000 Bio-Rindern. Der Großteil von ihnen hält kleine Herden mit überwiegend Mutterkühen, das Sommerhalbjahr verbringen sie auf der Weide. Fleischerzeugung und Landschaftspflege stehen hier im Vordergrund. Nur rund zwanzig der genannten Bio-Rinderhalter erzeugen noch Milch. Für alle gleichermaßen wichtig sind jedoch die Fütterung der Tiere und ein gutes Weidemanagement.

Aus diesem Grund hatte die Abteilung für den ländlichen Raum mit ihrem Team der Ökomodellregion Lahn-Dill-Gießen die dritte Veranstaltung ihres „Landwirte-Netzwerks Ökolandbau“ unter das Thema „Fütterung, Leistung und Gesundheit unserer Ökorinder“ gestellt. Als Referent war Dr. Edmund Leisen von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in das Bürgerhaus nach Hüttenberg geladen. Der ausgewiesene Grünlandexperte berät europaweit Rinderbetriebe seit über 25 Jahren und koordiniert in Nordrhein-Westfalen ein Öko-Leitbetriebsnetzwerk. Dieses vernetzt sich über eine Arbeitsgemeinschaft zur Öko-Futterwirtschaft auch in andere Bundesländer.

Aus seinen zahlreichen Erfahrungen aus mehreren Jahrzehnten Landwirtschaftsberatung gab Dr. Edmund Leisen den fast 50 Besucherinnen und Besuchern der Veranstaltung zunächst einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung der Rinderfütterung in den vergangenen 15 Jahren. Diese leitete er zu aktuellen Empfehlungen hinsichtlich Fütterung und Weidehaltung über.

Das Thema Klimawandel zog sich auch hier wie ein roter Faden durch den Vortrag. Die überdurchschnittlichen heißen Sommer der vergangenen Jahre hatten in vielen Regionen Deutschlands zu Mangel an Grünfutter geführt. Dr. Leisen hatte dabei jedoch feststellen können, dass die Tiere selbst die Hitze besser vertrugen als erwartet. Eine ausreichende Wasserversorgung auf den Weiden sei dafür in erster Linie entscheidend. Der Landwirtschaftsberater beschloss seinen Vortrag jedoch mit dem Ausblick, dass die sich verändernde Witterung und der voranschreitende Klimawandel bald auf einzelbetrieblicher Ebene eine Überarbeitung vieler in der Vergangenheit bewährter Beratungsempfehlungen mit sich bringen würde.

Dem Vortrag folgte eine spannende Diskussion mit den Besucherinnen und Besuchern. Dabei betonten auch die Betriebe selbst, dass viele der von Dr. Leisen genannte Empfehlungen zur intensiven Milch- und Rindfleischerzeugung nur eine Facette der Landwirtschaft seien. Gerade im Lahn-Dill-Kreis – und auch im östlichen Kreis Gießen – arbeiten viele Rinderhalter extensiv auf mageren, aber sehr artenreichen Standorten. Intensive Weidesysteme wie Kurzrasenweide seien hier nicht zielführend. Die Betriebe wünschten sich daher als Ergänzung weitere Veranstaltungen zum wichtigen Thema Öko-Grünland, jedoch mit dem Schwerpunkt auf Extensiv-Standorte.

Zum Abschluss nutzten Oliver Lauff und Astrid Rauner vom Projektteam der Ökomodellregion Lahn-Dill-Gießen die Diskussionsrunde für einen Meinungsspiegel aktueller Themen, die in diesem Jahr im Zuge der Arbeit der Ökomodellregion aufgegriffen werden können. Die Fragestellungen der regionalen Ökobranche sind vielfältig und drehen sich vielfach um Infrastruktur und Vermarktung. Denn die Ökoerzeugung in den Landkreisen Lahn-Dill und Gießen wächst stetig: Über 1000 ha wurden bei der Abteilung für den ländlichen Raum neu als Ökofläche beantragt. Die Ökofläche beträgt damit fast 5500 ha Ackerland und über 11000 ha Grünland.

Insgesamt zählen die Landkreise Lahn-Dill und Gießen zu den hessischen Spitzenreitern im Ökolandbau. Schon über 25% der landwirtschaftlichen Nutzfläche in beiden Kreisen wird ökologisch bewirtschaftet. Die Ökomodellregion Lahn-Dill-Gießen nimmt sich seit 2019 der Herausforderung an, die vielfältigen Fragestellungen und Themen der regionalen Akteure in Projekten und Veranstaltungen aufzugreifen.


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… und lässt sich insbesondere in den Gunstlagen der Ökomodellregion Lahn-Dill-Gießen erfolgreich anbauen! Um die Besonderheiten, Vorteile und Herausforderung dieser Eiweißalternative zu verdeutlichen, hatte die Ökomodellregion Lahn-Dill-Gießen bereits Ende August gemeinsam mit dem Lehr- und Versuchsgut der Universität Gießen Gladbacher Hof zu einem Feldtag geladen. Diesen eröffnete Andreas Schmid-Eisert, Administrator des Versuchsgutes, sowie Margot Schäfer, Abteilungsleitung der Abteilung für den ländlichen Raum des Lahn-Dill-Kreises, mit einer kurzen Begrüßung. Dr. Franz Schulz, Leiter der Versuchsstation auf dem Gladbacher Hof, berichtete ausführlich über die Besonderheiten des Anbaus und demonstrierte das Beimpfen des Saatgutes mit Knöllchenbakterien. Die Vorbehalte vieler Anbauer, Soja gedeihe auf mittleren Standorten nicht, räumten er und LLH-Anbauberater Marcel Phieler aus. Die Erfahrungen aus dem Soja-Netzwerk des LLHs haben ebenfalls gezeigt, dass ein Anbau der Kultur bis ca. 400 m ü. NN. noch möglich sei. Wichtig sei hierbei, dass der Sojaanbauer beharrlich bleibe. Soja sei anspruchsvoll und erfordere auf jedem Standort individuelle Anbauerfahrungen. Dafür müsse man der Eiweißpflanze eine Chance geben und sie über mehrere Jahre in der Fruchtfolge behalten. Besonders in trockenen Jahren zeigt die Sojabohne gegenüber der Ackerbohne dann aber ihre Vorteile im Anbau. Für welche Einsatzzwecke oder Standorte die „klassischen“ Eiweißfutterpflanzen aber nachwievor gut geeignet sind, beleuchtete Philipp Roth vom Demonetzwerk „Erbse/Bohne“ des LLH in einem Ausblick.

Lohnenswert ist Öko-Soja auch mit Blick auf dem Preis. Vertreter der Anbauverbände Naturland, der Naturland Marktgesellschaft, Bioland sowie der Firma Taifun erläuterten die Anforderungen insbesondere an Speisesoja, aber auch Rahmenbedingungen der vertraglichen Kooperationen und die lukrativen Preise. Derzeit stellt die lokale Erfassung von Öko-Soja in Mittelhessen noch eine Herausforderung dar, es wird jedoch an Lösungen gearbeitet. Generell besteht derzeit auf dem Markt ein großes Interesse an Öko-Soja.

Die gute Marktlage und viele positive Anbaueigenschaften gingen als Plädoyer für den von Öko-Soja aus der Veranstaltung hervor. Für die Mitwirkung aller Beteiligten sowie natürlich das zahlreiche Erscheinen der Besucher bedankt sich die Ökomodellregion Lahn-Dill-Gießen an dieser Stelle sehr herzlich!

Im Rahmen der Ökomodellregion soll an dem Thema Öko-Soja weitergearbeitet werden. Sind Sie Landwirt in den Landkreisen Lahn-Dill oder Gießen und planen zur Ernte 2020 den Anbau von Soja? Dann kontaktieren Sie gern das Projektmanagement unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Wir suchen derzeit Kooperationsbetriebe für eine weitere Feldveranstaltung.