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Bio verbindet Kommunen und Regionen

Was BioStädte und Öko-Modellregionen verbindet

2. BÖLN-Dialogforum für BioStädte und Öko-Modellregionen

 „Wertschöpfungsketten - Herausforderungen und Lösungsansätze“ – mit diesem Schwerpunktthema hat das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und anderer Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) zu einem zweiten Dialogforum am 25. und 26. März 2019 eingeladen. Damit wurde ein wesentliches Ergebnis des im November 2018 gestarteten Dialogforums „Bio verbindet - Austausch der Praktiker der Öko-Modell- und Bio-Musterregionen und BioStädte“ aufgegriffen. 

Mehr als 40 Vertreter von BioStädten, Öko-Modell- und Bio-Musterregionen, Landesministerien und anderer Einrichtungen kamen in Bad Vilbel und Frankfurt zusammen, um sich kennenzulernen und Netzwerke zu knüpfen. Der Standortwechsel symbolisiert die enge Verknüpfung zwischen Land und Stadt und den angestrebten Austausch zwischen den Modellregionen und den BioStädten. Ansatzpunkt war die praktische Arbeit der Projektmanager, der Projektverantwortlichen und der weiteren Akteure in den Öko-Modellregionen, den Bio-Musterregionen und den BioStädten. Wie lässt sich der Ökolandbau dort konkret voranbringen? Wie lösen die einzelnen Bundesländer und BioStädte diese Aufgabe? Und welche Best practice-Projekte sind tragfähig und motivieren zur Nachahmung?  Zu diesen und weiteren Fragen tauschten sich die Teilnehmer des Dialogforums aus.

Wie weit die Öko-Aktionspläne in Hessen und Baden-Württemberg und die Stadtentwicklungspläne in Hamburg und Darmstadt umgesetzt sind, erläuterten Martin Ries und Thomas Zebunke als Vertreter der beiden zuständigen Landesministerien und die beiden BioStädte-Vertreter Michael Gertz und Michael Kolmer: Baden-Württemberg hat erst kürzlich fünf neue Bio-Musterregionen benannt, deren Koordinationsstellen in den nächsten Monaten mit Projektmanagerinnen und Projektmanagern besetzt werden. Hessen strebt nach eigenen Angaben an, komplett Ökomodellland zu werden, zwölf der 21 hessischen Landkreise sind bereits Ökomodellregionen. Das nachhaltige Stadtentwicklungskonzept für die BioStadt Darmstadt verknüpft Bio, regional und fair und entwickelt derzeit neue Formate, um dort Bio-Produkte bekannter zu machen. Darüber hinaus wurden die themenrelevanten Handlungsfelder der Zukunftsstrategie ökologischer Landbau (ZöL) des Bundes und die Fördermöglichkeiten des BÖLN vorgestellt.

Am zweiten Tag lernten die Teilnehmer besonders gelungene regionale Wertschöpfungsketten aus den Öko-Modellregionen Hessen und Bayern kennen: Bio-Apfelchips, hergestellt und abgepackt durch eine soziale Einrichtung im Werra-Meißner-Kreis, regionaler Bio-Dinkel und -Hafer für einen Müslihersteller in der Region Isental und die Vermarktung von Streuobst in Form von Bio-Streuobstschorlen in Nürnberg. All diese Beispiele zeigen, wie vielfältig die Wege sein können.

In den anschließenden Workshops wurde gezeigt, wie sich Fleisch regional vermarkten lässt und der Verkauf über den Lebensmitteleinzelhandel gelingen kann. Einen Überblick über erfolgreiche regionale Logistiklösungen und Kostenrechnungsansätze auch für kleine Mengen gewannen die Teilnehmer im zweiten Workshop. In der anschließenden Diskussion tauschten sie sich über die Möglichkeiten und Grenzen regionaler Wertschöpfungsketten aus. Alle Teilnehmer bekräftigten, wie wichtig es sei, das Handwerk und die Verarbeitung von Bio-Lebensmittel zu stärken. Nur so könne der Aufbau tragfähiger Wertschöpfungsketten gelingen. 

Neben dem fachlichen Austausch kamen die Akteure auch zum Dialog und der Vernetzung untereinander zusammen. Ausreichend Gelegenheit dafür boten ein Speed Dating und eine Hofführung auf dem Dottenfelderhof, der zum Netzwerk von Demonstrationsbetrieben Ökologischer Landbau gehört und ebenfalls durch das BÖLN finanziert wird. Abendlicher Höhepunkt war die "Reifeprüfung": hier konnten die Teilnehmer zeigen, wie sie Käse zum Reifen bringen. 

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Aus den präsentierten Positivbeispielen lassen sich zwar keine allgemein gültigen Lösungen ableiten, allerdings kann der regelmäßige Austausch der Akteure in den Ländern und Städten zu neuen Ideen und Hilfestellungen beitragen. Ein wesentlicher Aspekt der Veranstaltung ist die Vernetzung der Akteure untereinander. Hier treffen etablierte Öko-Modellregionen auf Starter sowie neue BioStädte auf die Gründer des BioStädte-Netzwerks, um sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen. Die Teilnehmer sprachen sich am Ende des Forums dafür aus, die Vernetzungstreffen, die durch das BÖLN beauftragt werden, fortzusetzen und die Bedeutung von „Bio verbindet“ noch deutlicher als bisher herauszustellen. „Bemerkenswert ist es, dass sich die Praktiker – trotz der aktuellen Herausforderungen etwa durch den Aufbau weiterer BioStädte, Bio-Muster- und Öko-Modellregionen und das Umsetzen neuer Aktionen – , bewusst die Zeit genommen, zu „Bio verbindet“ zu kommen“, sagte Dr. Burkhard Kape, Sachgebietsleiter im BÖLN. Noch bemerkenswerter war die Resonanz vieler Teilnehmer: „Gerade deswegen kommen wir und gerade deswegen brauchen wir diese Vernetzung.“ 

Diese Veranstaltung wird im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und anderer Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) durchgeführt. Der Workshop ist Teil der Veranstaltungsreihe: „Qualifizierungsmaßnahmen zur Stärkung der nachhaltigen und ökologischen Lebensmittelproduktion für das Lebensmittelhandwerk, die Lebensmittel verarbeitende Außer-Haus-Verpflegung und die Ernährungswirtschaft“. Auftragnehmer ist die FiBL Projekte GmbH.

Bildquelle: BÖLN/BLE.